Loading...

ZFA-Logo

2. Summerschool Allgemeinmedizin

PDF

Antje Bergmann, Jeannine Schübel, Sandra Lange, Annika Laube, Kristin Seele

Die 2. Summerschool für Allgemeinmedizin, unterstützt von DEGAM, GHA und SGAM, wurde in der ersten Septemberwoche in Dresden durchgeführt. Ziele waren unter anderem eine studentische Vernetzung zu schaffen, besonders Hochschulstandorte einzubinden, die bislang nicht institutionalisiert sind, und natürlich bei jedem Einzelnen das Interesse am Hausarztberuf zu entfachen oder aufrecht zu halten.

Teilnehmerfeld bunt gemischt

Die Bewerber zeigten ein buntes Bild: 25 Studierende aus den Fakultäten in Berlin, Dresden, Freiburg, Gießen, Göttingen, Halle-Wittenberg, Hamburg, Heidelberg, Jena, Kiel, Lübeck, Magdeburg, Marburg, München, Münster und Würzburg. Das junge „Team“, bestehend aus 17 Studentinnen und 8 Studenten (im Vorjahr lag die „Männerquote“ gerade mal bei 2 von 25) im Alter von 22 bis 30 Jahren zeigte großes Interesse. Es waren Studierende vom 6. Fachsemester (2. klinisches) bis zum PJ vertreten.

Kurze Woche vollgepackt mit allgemeinmedizinischem Programm

Von Montag bis Freitag wurde den Studenten ein tieferer Einblick in das Arbeitsfeld des Hausarztes geboten. Nach einer Einführungsveranstaltung, in der sich die Studenten zunächst näher kennenlernen und anschließend die brennendsten Fragen zum Thema „Wie werde ich Hausarzt und was heißt es, Hausarzt zu sein?“ an Frau Prof. Bergmann und zwei ihrer Kollegen (ein erfahrener niedergelassener Hausarzt und ein Weiterbildungsassistent) stellen konnten, fand der erste Vortrag zum Thema „Chronische Wunden“ statt. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Pizzaessen, einem Gläschen Wein und dem näheren Kennenlernen mit den Referenten des Tages und dem Organisationsteam.

Langer Tag mit schönem Ende

Am Dienstag mussten die Teilnehmer zunächst ihre praktischen Fertigkeiten unter Beweis stellen. Nach dem Vortrag am Vortag konnte nun in Kleingruppen die Versorgung chronischer Wunden und die Erhebung eines diabetischen Fußstatus praktisch geübt werden. Zudem lernten die Studenten in zwei Szenarien mit standardisierten Patienten, wie man mit schwierigen Patienten umgeht und wie man eine schlechte Nachricht am besten übermittelt. Nach dem Mittagessen ging es dann bis zum frühen Abend mit Vorträgen über Notfälle, Polypharmazie und Interessenkonflikte in der ärztlichen Berufspraxis weiter. Den Abschluss bildete dann ein gemeinsamer, geführter Rundgang durch die Dresdner Altstadt. Danach wurde in größeren Gruppen das Nachtleben von Dresden getestet.

Mittwoch – wo steht der Notfallkoffer?

Der Mittwoch startete mit Theorie. Themen waren Impfen und der Umgang mit chronischen Erkrankungen. Am Nachmittag wurde es dann wieder „praktisch“. Beim Notfalltraining in der Hausarztpraxis konnten alle zeigen, dass sie in lebensbedrohlichen Situationen adäquat reagieren. Die Szenarien entsprachen dem Praxisalltag. Ein standardisierter Patient erlitt bei einer Blutabnahme eine Hypoglykämie mit einem Krampfanfall. Dies war sehr beeindruckend. Lernziel war neben der fachlich adäquaten Behandlung, ein Team zu bilden, den Patienten gemeinsam zu behandeln. Dies wurde in den beiden anderen Situationen (Herzinfarkt und Anaphylaxie) ebenso geprobt. Ein strukturiertes Feedback gab den Studenten die Möglichkeit, diese Notfälle nochmals zu diskutieren. Letztlich konnten alle „Patienten“ gerettet werden. Bevor es dann am Abend in die Dresdner Neustadt, DAS Szene-Viertel der Stadt, ging, stand noch eine Fortbildung zusammen mit der JASa (Junge Allgemeinmediziner Sachsen) zum Thema Langzeitgeräte an. Diese Gelegenheit wurde auch zum intensiven Erfahrungsaustausch mit Weiterbildungsassistenten genutzt.

Donnerstag – das Beste (fast) zum Schluss

Etwas erschöpft, aber dennoch hoch motiviert begann der Donnerstag wie schon der Dienstag mit praktischen Übungen im MITZ, dem Medizinisch Interprofessionellen TrainingsZentrum der Medizinischen Fakultät Dresden. Diesmal standen neben dem orthopädischen Untersuchungsgang das anschließende Tapen und das korrekte Durchführen einer s.c./i.m.-Injektion auf dem Programm. Bei der Gesprächsstation galt es, unseren Schauspielpatienten von einer Raucherentwöhnung zu überzeugen. Nach der Mittagspause standen die letzten beiden Vorträge der Woche an. Psychosomatische Krankheitsbilder und Blickdiagnosen hießen die Themen. Besonders die letzte Präsentation inkl. vieler Bilder aus der hausärztlichen Praxis begeisterte die Studenten. Am letzten gemeinsamen Abend lieferten sich die Teilnehmer und das Organisationsteam in zwei Drachenbooten ein spannendes Rennen auf der Elbe. Das anschließende Grillen wurde musikalisch von der Band Podka, dessen Sänger ebenfalls Haus- und Lehrarzt in Dresden ist, umrahmt.

Freitag – Prüfung gehört zur Schule dazu

Zum Abschluss am Freitagvormittag gab es noch einen Wundversorgungskurs mit echten Schweinefüßen, an denen die Studenten den Umgang mit Wunden sowie das Nähen lernten und ihr Wissen noch einmal festigen konnten. Die obligatorische schriftliche Abschlussprüfung fiel erwartungsgemäß hervorragend aus. Insgesamt erreichten 13 Teilnehmer die Maximalpunktzahl, sodass die ausgelobten Preise für die Plätze 1 bis 3 (Gutscheine für Lehmanns Fachbuchhandlung) am Ende verlost werden mussten.

Durchweg positive Evaluation

Bevor die Studenten wieder in Ihre Heimat entlassen wurden, durften sich die Organisatoren in der abschließenden Feedback-Runde über großes Lob freuen.

Wir haben eine interaktive, besondere Woche mit den Studierenden verbracht und würden jederzeit wieder eine Summerschool organisieren. Denn trotz allen Aufwandes und aller Vorbereitung waren die Gespräche und Diskussionen mit den jungen, für den Hausarztberuf begeisterten Studenten sehr erfrischend.

Wir wünschen den Organisatoren für 2013 in Greifswald: Gutes Gelingen!

Korrespondenzadresse

Stefan Bojanowski

Bereich Allgemeinmedizin, <br/>Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74

01307 Dresden

stefan.bojanowski@uniklinikum-dresden.de

Abbildungen:

Abbildung 1 Praktisches Training im MITZ

Abbildung 2 Teambuilding

Abbildung 3 Die Teilnehmer der Sommerschool

Abbildung 4 Notfalltraining an Advanced-Life- Support-Puppen

Abbildung 5 Patient „Schweinefuß“ wird versorgt

Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ der Technischen Universität Dresden


(Stand: 18.03.2013)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.