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Hört, hört: „Jüngste Hochrechnungen“ der europäischen Neurologengesellschaft zur Häufigkeit und zu den Kosten neuropsychiatrischer Erkrankungen in Europa

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Etliche Fach- und Laienmedien melden „jüngste Hochrechnungen“ des europäischen Neurologengesellschaft ENS zur Häufigkeit und zu den Kosten neuropsychiatrischer Erkrankungen in Europa.

Im Folgenden wird – ohne weiteren Kommentar – die Meldung des Deutschen Ärzteblatts im Wortlaut wiedergegeben.

„Weitere Ausbreitung neuropsychiatrischer Erkrankungen in Europa: Prag – Neuropsychiatrische Erkrankungen sind in Europa offenbar weiter auf dem Vormarsch. ,Nach jüngsten Hochrechnungen des European Brain Council stehen wir in den 27 EU-Staaten plus Schweiz, Norwegen und Island zurzeit bei 81 Millionen Betroffenen, also fast 16 Prozent der damit erfassten 514 Millionen Europäer’, sagte der Präsident der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS), Heinz Reichmann aus Dresden, auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag.

Er bezifferte die entstehenden Krankheitskosten entsprechend der Studie auf knapp 800 Milliarden Euro. 60 Prozent dieser Summe seien direkte Kosten zum Beispiel durch die Krankenbehandlung und die Pflege, 40 Prozent entstünden durch den Produktivitätsverlust. ,Das sind gigantische Kosten, die wir nur durch konsequente Vorsorge und verstärkte Forschungsanstrengungen in den Griff bekommen können’, betonte Reichmann.

Laut der ENS sind Angststörungen, Kopfschmerz und Schlafstörungen die häufigsten neuropsychiatrischen Probleme der Europäer. 61,3 Millionen litten an Angststörungen, fast 50 Millionen an Migräne, 45 Millionen an Schlafstörungen, 33,3 Millionen an sogenannten Gemütserkrankungen wie Depressionen, 20 Millionen an somatoformen Störungen, 15,5 Millionen an Abhängigkeiten, 6,3 Millionen an Demenz“.

Um diese Meldung nicht ganz ohne Kommentar stehen zu lassen, folgt hier eine Teildefinition des Begriffes „Disease Mongering“ (frei übersetzt: Krankheitsvermarktung):

  • Vielfältige Versuche und Strategien, den Krankheitsbegriff verkaufsfördernd auszuweiten und auf der Basis entsprechend hervorgerufener Ängste die Nachfrage nach Hilfen zu maximieren.
  • Den Anteil der Bevölkerung so groß wie möglich zu definieren, der an einer realen oder vermeintlichen Störung leidet.
  • Selektiver Gebrauch von Statistiken, um den Nutzen der Behandlung aufzubauschen.

Foto: fotolia/Kirill_M


(Stand: 18.03.2013)

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