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Abholz H-H. Über die Arrodierung des gegliederten Systems durch Patienten unter Anleitung der Politik. Editorial. Z Allg Med 2014; 90: 1

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Leserbrief von Dr. Christoph Graf

Den Ausführungen von Prof. Abholz möchte ich in den meisten Teilen zustimmen. Allein sein Lösungsvorschlag, sein „Ausweg“, greift für mein Dafürhalten zu kurz. Der Wiedereinführung einer Praxisgebühr das Wort zu reden – bitte nein! Sollen wir wieder Unmengen an Zeit vergeuden mit Bürokratie, Pseudoargumenten und Streitereien um die Unmöglichkeit des Rückdatierens einer Überweisung? Und dann noch auf dem finanziellen Risiko sitzen bleiben? Nein!

Kurzfristig nicht durchführbar – aber wo bleibt der Gedanke eines „wirklichen“ gegliederten Systems mit verpflichtender Primär- und nur durch fachlich vom Hausarzt induzierter Sekundär-Versorgung, wie es in anderen Ländern seit Jahren praktiziert wird? Als Professor für Allgemeinmedizin darf man doch auch (in Deutschland, Land der unbegrenzten medizinischen Möglichkeiten) gewagte Gedankenexperimente wagen!

Einziger Ausweg KBV? Nein, dies ist kein Ausweg und nicht einzig! Abgesehen von den Erfahrungen der „Früchte“ unserer KBV für uns Hausärzte: Wir haben doch durch die hausarztzentrierte Versorgung bewiesen, dass es besser geht. Näheres kann doch von jedem in den Sachverständigen-Gutachten und in den Untersuchungen von Prof. Gerlach und Prof. Szecsenyi zur HzV in Baden-Württemberg nachgelesen werden. In meinen Augen ein im Wesentlichen korrektes Editorial mit leider „zu kurz gesprungener“ Konklusion.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Christoph Graf

Facharzt für Allgemeinmedizin

Chirotherapie, Palliativmedizin

Akad. Lehrpraxis der Universität Freiburg

Kirchstraße 20–2

78244 Gottmadingen

Antwort von Prof. Heinz-Harald Abholz

Ich wünsche mir auch mehr als im Editorial geschrieben: Ein gegliedertes System, das den Rahmen für eine unbürokratische, medizinisch vernünftige und die Kosten für die Gesellschaft zumutbar haltende Versorgung gewährleistet. Anders als Dr. Graf bin ich jedoch sehr skeptisch, ob dies der Hausärzteverband flächendeckend und auf Dauer gewährleisten kann – und sollte. Da vertraue ich mehr auf professionelle Verwaltung, aber unter Kontrolle der Berufsgruppe oder der Gesellschaft. Letzteres ist dann meist der Staat, der – idealtypisch zumindest – die Interessen aller „Stakeholder“ im System vertreten soll – denn die Berufsgruppe allein ist nun wirklich recht ständisch.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz

Institut für Allgemeinmedizin (Emeritus)

Heinrich-Heine-Universität

Moorenstraße 5

40225 Düsseldorf


(Stand: 11.05.2015)

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