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Eingewachsener Zehennagel: Patientenkontrollierte Behandlung

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Zur Behandlung von Patienten mit eingewachsenem Zehennagel wurden bis heute eine Vielzahl von konservativen wie operativen Methoden vorgeschlagen und mit wechselndem Erfolg angewendet.

Alle Prozeduren zielen auf die Vergrößerung des Zwischenraums zwischen Nagelplatte und entzündetem Wall. Die chirurgischen Interventionen sind für den Patienten meist ziemlich unangenehm und bedingen oft Oberst´sche Anästhesie, Entfernung eines Teils des Nagels und nicht selten die „Ausrottung“ (welch nettes Wort!) des Nagelbettes mit Skalpell, scharfem Löffel oder Phenol.

Die hier vorgestellte Arbeit von japanischen Autoren aus Tokio ist insofern bemerkenswert, als sie

541 Patienten (182 Männer, 359 Frauen, darunter 28 Diabetiker und einige Personen mit Paronychie, Altersspanne 1–93 Jahre),

mit insgesamt 750 betroffenen Großzehennägel

und einen Erfahrungszeitraum von 15 Jahren umfasst.

Die Methode lässt sich problemlos vom Patienten selbst anwenden (Abb. 1, Fig. a bis e)

Man schneidet aus einem elastischen, selbsthaftenden Pflaster oder Gittergewebe (wide mesh elastic adhesive tape ) einen Streifen von circa 3–4 cm Länge und 2,5 cm Breite,

platziert das eine Ende an die periphere Spitze des Nagelfalzes,

klebt dann den Streifen in den Nagelfalz ganz nah an die Nagelplatte,

dehnt den Streifen und damit den „getapten“ Falz Richtung lateral, um den Zwischenraum zwischen Nagelplatte und Nagelfalz zu verbreitern

und klebt dann das andere (Nagelfalzferne) Ende des Streifens an der Seite des betroffenen Zehs fest.

Wichtig ist, dass dabei beide Hände zum Einsatz kommen, wobei Finger der einen Hand die Haftstelle am Falz festhalten und Daumen und Zeigefinger der anderen Hand den Streifen dehnen und festkleben.

Die Abbildung 2 zeigt exemplarisch den Erfolg dieser Prozedur bei zwei Patienten. In Abbildung 3 sehen Sie die Endergebnisse:

Bei 276 kam es zur folgenlosen Abheilung (334 von 750 betroffenen Zehen, 44,5 %).

Bei den verbleibenden 265 Patienten (416 von 750 betroffenen Zehen, 55,5 %) waren weitere therapeutische Maßnahmen (wie Nagelspange oder chirurgischer Eingriff) erforderlich.

Eine vorangegangene operative Sanierung verschlechtert offenbar die Prognose.

Tsunoda M, Tsunoda K. Patient-controlled taping for the treatment of ingrown toenails. Ann Fam Med 2014;12:553–555. Frei unter annfammed.org content/12/6/553.full

Abbildungen:

Abbildung 1 Pflasterbehandlung durch den Patienten [Tsunoda, Tsunoda 2014]

Abbildung 2 Eingewachsener Zehennagel vor, während und nach der Behandlung (bei zwei Patienten) [Tsunoda, Tsunoda 2014]

Abbildung 3 Ergebnisse bei Anwendung der beschriebenen Methode [Tsunoda, Tsunoda 2014]


(Stand: 16.03.2016)

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