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Antihistaminika bei Histaminunverträglichkeit?

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Anna Vögele

 

Frage

Profitiert eine Patientin mit Histaminunverträglichkeit von einer Einnahme von oralen Antihistaminika?

Antwort

Ein Nutzen von oral eingenommenen Antihistaminika bei vermuteter Histaminunverträglichkeit ist durch die derzeit verfügbare wissenschaftliche Evidenz nicht belegt. Aus dem Wirkmechanismus der Medikamente und einzelnen unkontrollierten Beobachtungsstudien ergibt sich jedoch, dass sie zur Behandlung einzelner Symptome der Histamin­unverträglichkeit geeignet sein könnten – zumindest im Rahmen akuter Belastungen (massive Diätfehler, z.B. bei Feierlichkeiten, Rotweinkonsum oder Scombroidvergiftung1). Es erscheint daher gerechtfertigt, Patienten mit einer vermuteten Histaminunverträglichkeit versuchsweise über einen definierten Zeitraum mit Histaminrezeptor-Typ-1-(H1-) und Histaminrezeptor-Typ-2-(H2-)Blockern der zweiten oder dritten Generationen zu behandeln, um zu überprüfen, ob sich das Beschwerdebild verändert.

1 Vergiftung durch verdorbenen Fisch, Scombridae = z.B. Thunfisch oder Makrele.

Anna Vögele

EbM-Team der SAkAM (Südtiroler Akademie für Familienmedizin), Bozen

 

Hintergrund

Unter Histaminunverträglichkeit versteht man im Allgemeinen eine Unverträglichkeit von Histamin, welches durch die Nahrung aufgenommen wird. Die Symptome sind sehr vielfältig und reichen von klassischen Symptomen wie zum Beispiel plötzlichen Hautrötungen (Flush-Symptomatik), Juckreiz, Übelkeit, Diarrhoe, Kopfschmerzen und abdominalen Schmerzen bis hin zu respiratorisch kardiovaskulären Symptomen wie...


(Stand: 14.03.2018)

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