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Ambulante spezialfachärztliche Versorgung: Erste Erfahrungen von Patienten und Hausärzten

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Florian Kaiser, Ulrich Kaiser, Daniela Utke, Stefanie Schattenkirchner, Ursula Vehling-Kaiser

Schlüsselwörter: Hausärzte Patientenzufriedenheit ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Hintergrund: Als Weiterentwicklung des §116b SGB V trat im Jahr 2012 die gesetzliche Grundlage für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) von komplexen, seltenen und schwer therapierbaren Erkrankungen in Deutschland in Kraft. Zielsetzung ist u.a. eine intensivierte interdisziplinäre Patientenversorgung – sowohl durch ambulant als auch stationär tätige Ärzte. In dieser Erhebung sollen nun erstmals die Erfahrungen mit einer „ASV für gastrointestinale Tumore und Tumore der Bauchhöhle“ aus Sicht von Hausärzten und Patienten systematisch erfasst werden.

Methoden: Nach einem Jahr ASV-Tätigkeit wurden alle, im Einzugsgebiet der untersuchten ASV praktizierenden Hausärzte sowie alle vom 1.7.2015 bis zum 30.6.2016 durch die ASV versorgten Patienten in die Untersuchung eingeschlossen. Die Erfassung von Zufriedenheit und Erfahrung mit der ASV erfolgte für Hausärzte mittels eines hierzu entwickelten Fragebogens und für die ASV-Patienten mittels des Fragebogens „Zufriedenheit in der ambulanten Versorgung – Qualität aus Patientenperspektive“.

Ergebnisse: Von 160 behandelten ASV-Patienten konnten 71 in die Befragung eingeschlossen werden. Die skalierte (0–100) Zufriedenheit mit der ASV lag für die Dimensionen „Organisation“ bei 82, „Information“ bei 78, „Interaktion“ bei 87, „Fachkompetenz“ bei 88 und „Einbindung in Entscheidungsprozesse“ bei 77. Von 163 angefragten Hausärzten nahmen 46 an der Untersuchung teil. 80 % war die ASV als Institution bekannt, 50 % kannten ein lokales ASV-Team. 78 % hatten Interesse an einer Zusammenarbeit mit der ASV und 76 % wünschten sich weitergehende Informationen.

Schlussfolgerungen: Insgesamt zeigt sich – unter Berücksichtigung einiger Kritikpunkte – bei den befragten Patienten ein positiver Trend in der Bewertung der ASV als neue Versorgungsstruktur im Gesundheitswesen. Von Seiten der Hausärzte konnte Interesse an einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit der ASV nachgewiesen werden.

Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie, Universitätsmedizin Göttingen
Peer-reviewed article eingereicht 26.12.2017, akzeptiert 10.02.2018

Hintergrund

Die Versorgung von Patienten mit komplexen, seltenen und schwer therapierbaren Erkrankungen erfordert häufig die Betreuung durch ein interdisziplinäres Ärzteteam, das hochspezialisierte Leistungen anbieten kann. Hierfür wurde im GKV-Versorgungsstrukturgesetz §116b SGB V ein neuer Versorgungsbereich geschaffen: die Richtlinie über die...


(Stand: 14.03.2018)

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