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Einstellungen Medizinstudierender zu ambulanter oder stationärer sowie landärztlicher Tätigkeit

DOI: 10.3238/zfa.2019.0106-0111

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Antonia Bien, Ferdinand M. Gerlach, Michael Paulitsch, Gisela Ravens-Taeuber, Nadja Becker, Linda Barthen

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Ausbildungsforschung Facharztweiterbildung Fachgebietswahl Studierende der Medizin

Hintergrund: Trotz Interesses an der hausärztlichen Tätigkeit seitens Medizinstudierender besteht ein Nachwuchsmangel, vor allem auf dem Land. Um nachvollziehen zu können, weshalb nur ein geringer Prozentsatz eine allgemeinmedizinische Weiterbildung absolviert, sollte die Einstellung Studierender zu einer ambulanten oder stationären sowie einer Tätigkeit in ländlichen Regionen untersucht werden.

Methoden: 2015/16 wurde an den drei humanmedizinischen Fakultäten Hessens eine Fragebogenerhebung unter Studierenden durchgeführt. Deskriptive Analysen, Konfidenzintervalle und logistische Regressionen wurden genutzt, um Faktoren zu identifizieren, die mit dem Interesse an einer hausärztlichen bzw. landärztlichen Tätigkeit verknüpft waren.

Ergebnisse: Bürokratie, finanzielles Risiko, geringerer Austausch mit Kollegen und Regressforderungen waren Gründe gegen eine Niederlassung, Schichtarbeit der Hauptgrund gegen eine Tätigkeit im Krankenhaus. 42 % der Studierenden zeigten an einer landärztlichen Tätigkeit Interesse, das durch ländlich gelegene Studienorte, einen ländlichen Hintergrund oder ein Interesse an einer hausärztlichen Tätigkeit verstärkt wurde. Ein familienfreundliches Umfeld und intensiver Patientenkontakt waren die Hauptgründe für eine hausärztliche Tätigkeit auf dem Land; lange Anfahrtswege und eine Einschränkung der Privatsphäre die Hauptgründe dagegen. Die an hausärztlicher Tätigkeit interessierten Studierenden waren patientenorientierter und interessierter an einem ausgeglichenen Verhältnis von Arbeit und Freizeit.

Schlussfolgerungen: Um das Interesse an einer landärztlichen Tätigkeit zu erhöhen, sollte der Kontakt Studierender mit Medizin in ländlichen Regionen gefördert werden. Die positiv bewerteten Aspekte hausärztlicher Tätigkeit auf dem Land müssen stärker beworben sowie Gründe gegen eine Niederlassung bzw. eine Tätigkeit auf dem Land ausgeräumt werden.

Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main Peer-reviewed article eingereicht: 26.06.2018; akzeptiert: 07.08.2018 DOI 10.3238/zfa.2019.0106–0111

Hintergrund

In Deutschland zeichnet sich eine zunehmende Fehlverteilung von Ärzten ab, die insbesondere in der hausärztlichen Versorgung und in noch stärkerem Ausmaß in ländlichen Regionen bereits zu einem Mangel geführt hat [1]. Ohne Gegensteuerung ist damit zu rechnen, dass sich diese Situation verschärfen wird. Einerseits...


(Stand: 12.03.2019)

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