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Bariatrische Chirurgie: Wie sieht es aus mit der Evidenz?

DOI: 10.3238/zfa.2019.0099-0102

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Mariangel Rubio Duran, Andreas Sönnichsen

Frage

Die Adipositas-Epidemie nimmt weltweit zu. Immer häufiger werden Hausärzte von adipösen Personen gefragt: „Soll ich mich operieren lassen, um das Übergewicht loszuwerden?“ Wie sieht es aus mit der Evidenz für Nutzen und Risiken dieser Eingriffe?

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Antwort

Zur Effektivität und Sicherheit bariatrischer Eingriffe liegen nur wenige randomisiert kontrollierte Studien ohne Langzeit-Follow-up vor. Während initiale Gewichtsabnahme und positive Auswirkungen auf Stoffwechsel und kardiovaskuläre Risikofaktoren valide dokumentiert sind, gibt es nur Daten aus Beobachtungsstudien zu langfristigen Auswirkungen auf Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse. Selbst die wahrscheinlich überschätzenden Ergebnisse dieser Beobachtungsstudien zeigen eine number needed to treat von > 125, um innerhalb von zehn Jahren einen Todesfall zu verhindern. Ein signifikanter Vorteil zeigte sich überhaupt erst 13 Jahre nach der Operation. Die langfristige Komplikationsrate ist mit mindestens 10–25 % hoch. Kosteneinsparungen sind durch bariatrische Eingriffe wahrscheinlich nicht zu erwarten. Die Entscheidung zur bariatrischen Operation sollte nur in Einzelfällen nach sorgfältiger Aufklärung der Patienten über Nutzen und Risiken erfolgen. Randomisiert kontrollierte Langzeitstudien sind zu fordern.

1 Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland 2 Abteilung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, Österreich DOI 10.3238/zfa.2019.0099–0102

Hintergrund

Adipositas, definiert als ein BMI ≥ 30 kg/m², stellt ein weltweit wachsendes Gesundheitsproblem dar. In einer kürzlichen epidemiologischen Untersuchung der amerikanischen Bevölkerung wiesen 35 % der erwachsenen Bevölkerung einen BMI ≥ 30 kg/m2, 15 % einen BMI ≥ 35 kg/m² und gut...


(Stand: 12.03.2019)

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