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Hilft Melatonin bei Schlafstörungen?

DOI: 10.3238/zfa.2019.0103-0105

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Andreas Sönnichsen

Frage

Schlafstörungen sind ein sehr häufiger Behandlungsanlass in der hausärztlichen Praxis. Die üblicherweise verordneten Benzodiazepine oder Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon) sollten – wenn überhaupt – nur für kurze Dauer gegeben werden, vor allem nicht für ältere Patienten. Stellt hier Melatonin (Circadin®) eine effektive und sichere Alternative dar?

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Antwort

Die Datenlage zur generellen Behandlung von Schlafstörungen mit Melatonin ist uneinheitlich und unzureichend. Es gibt Hinweise, dass Melatonin bei älteren Personen die Einschlafzeit verkürzt und die Schlafqualität verbessert. Hier sind jedoch große randomisiert kontrollierte Langzeitstudien hoher Qualität erforderlich, um valide Empfehlungen abgeben zu können. Die beste Datenlage liegt zur Prävention und Behandlung von Jetlag vor. Hier kann eine vorsichtige Empfehlung ausgesprochen werden. Allerdings sollte eher nicht Melatonin mit verzögerter Freisetzung zum Einsatz kommen. Möglicherweise profitieren auch bestimmte Patientengruppen durch eine Melatonineinnahme. Die Datenlage hierzu ist aber derzeit nicht ausreichend.

Abteilung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, Österreich DOI 10.3238/zfa.2019.0103–0105

Hintergrund

Schlafstörungen stellen einen häufigen Beratungsanlass in der hausärztlichen Praxis dar. Laut DAK Gesundheitsreport 2017 leiden bis zu 80 % der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland an mehr oder weniger stark ausgeprägten Schlafstörungen [1]. Bei jedem zehnten Arbeitnehmer liegt eine schwere Insomnie vor. Die Hälfte der...


(Stand: 12.03.2019)

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