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Arbeitsbelastung niedergelassener Hausärztinnen und Hausärzte in zwei thüringischen Landkreisen

DOI: 10.3238/zfa.2019.0112-0118

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Lisa-R. Ulrich, Dorothea Lemke, Antje Erler, Beate S. Müller, Ferdinand M. Gerlach, Anne Dahlhaus

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Arbeitsbelastung Versorgungsforschung berufliche Gratifikationskrise

Hintergrund: Ärzte* können in besonderem Maße von hoher Arbeitsbelastung betroffen sein. Die vorliegende Studie stellt die Ergebnisse einer Untersuchung zur Arbeitsbelastung niedergelassener Hausärzte in zwei thüringischen Landkreisen vor.

Methoden: In einem Querschnittsdesign wurden im März 2017 alle 151 im Landkreis Gotha (n = 85) und im Ilm-Kreis (n = 66) niedergelassenen Hausärzte mittels eines Fragebogens postalisch zu ihrer Arbeitsbelastung befragt. Diese wurde gemessen anhand des Modells der beruflichen Gratifikationskrise (effort reward imbalance, ERI). Zur Objektivierung der Arbeitsbelastung wurden für alle Hausärzte vorliegende Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen für das Jahr 2016 ausgewertet. Zur Untersuchung statistisch signifikanter Gruppenunterschiede zwischen an der Befragung teilnehmenden und nicht teilnehmenden Hausärzten wurden nichtparametrische Testverfahren angewendet (α-Signifikanzniveau = 5 %).

Ergebnisse: Von 151 Angeschriebenen nahmen 40 (26 %) an der Fragebogenerhebung teil. 29 (73 %) von ihnen überschritten den ERI Cut-off-Wert von 1 für hohen Stress. Objektiv gesehen haben an der Befragung teilnehmende im Vergleich zu nicht teilnehmenden Hausärzten in den Jahren 2015/2016 eine höhere Patientenanzahl und mehr chronisch Erkrankte versorgt. Keine Unterschiede gab es z.B. bei Hausbesuchen und bei der hausärztlichen geriatrischen Versorgung.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse machen deutlich, dass Maßnahmen und Strategien notwendig sind, die einerseits zur hausärztlichen Arbeitsentlastung und andererseits zur Steigerung der Attraktivität des Hausarztberufs für den ärztlichen Nachwuchs beitragen.

1 Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main 2 Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main * Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird hier und im Folgenden die männliche Form auch für die weibliche benutzt. Es sind stets alle Geschlechter gleichwertig gemeint. Unter Hausärzte fallen Fachärzte für Allgemeinmedizin, Fachärzte für Innere und Allgemeinmedizin sowie Praktische Ärzte. Peer-reviewed article eingereicht:...


(Stand: 12.03.2019)

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