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Bedeutung und Potenziale von Diagnosealgorithmen in der hausärztlichen Versorgung

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Julian Wangler, Sophie Pillath, Michael Jansky

Schlüsselwörter: Abklärung Allgemeinmedizin Diagnosealgorithmus Differenzialdiagnostik evidenzbasierte Medizin

Hintergrund: Diagnosealgorithmen sollen Hausärzte dabei unterstützen, sich auf Grundlage eines Leitsymptoms zielgerichtet zu einer möglichen Diagnosestellung vorzuarbeiten. Während der Einsatz und die Beforschung von Diagnosealgorithmen in klinischen Kontexten verbreitet sind, liegen bislang kaum Erkenntnisse vor, welche Bedeutung sie für die hausärztliche Perspektive haben, wie stark sie genutzt werden und wo mögliche Problematiken bestehen.

Methoden: Mittels schriftlicher Befragung wurden zwischen September und Oktober 2018 insgesamt 403 Hausärzte in Hessen befragt. Aufgrund des explorativen Ansatzes der Studie erfolgte ausschließlich eine deskriptive Datenanalyse.

Ergebnisse: Zwei Drittel (66 %) der Befragten halten Diagnosealgorithmen grundsätzlich für eher nützliche Hilfsmittel im Praxisalltag. Ein Viertel (24 %) sieht keinen Nutzen. 41 % setzen solche Hilfsmittel regelmäßig im Praxisalltag ein. Angesichts eines schwer überschaubaren Angebots besteht ein hohes Maß an Unsicherheit, die Qualität und Verlässlichkeit von Algorithmen einzuschätzen. Auch eine möglichst einfache, hausarztkonforme Anwendung und kostendeckende Handlungsempfehlungen sind nicht immer gegeben. Werden diese Kritikpunkte aufgegriffen, wären die meisten Befragten bereit, Algorithmen in Zukunft stärker in die Patientenversorgung zu integrieren.

Schlussfolgerungen: Um die Bedenken und Unsicherheiten zu adressieren, die derzeit unter einem Teil der Hausärzte in Bezug auf Diagnosealgorithmen vorherrschen, sollte bei der Entwicklung künftiger Algorithmen eine möglichst große Hausarztkonformität sichergestellt werden. Zugleich sollte bedacht werden, individuelle Handlungsspielräume für Hausärzte zu erhalten; vorgeschlagene Diagnoseschritte sollten strikt kostendeckend sein.

Ergebnisse einer Befragung unter hessischen Allgemeinmedizinern

Results of a Survey Among Hessian Family Physicians

Abteilung für Allgemeinmedizin und Geriatrie, Universitätsmedizin Mainz * Julian Wangler und Sophie Pillath teilen sich die Erstautorenschaft Peer-reviewed article eingereicht: 16.10.2018, akzeptiert: 04.12.2018 DOI 10.3238/zfa.2019.0132–0137

1 Ein Beispiel für die Verbindung von Leitlinien und Diagnosealgorithmen bietet die Arbeit von Kramer und Kollegen, die die Akzeptanz und...


(Stand: 12.03.2019)

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