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Qualitätszirkel für Arzthelferinnen: Implementierung und kontinuierliche Evaluation

DOI: 10.1055/s-2007-970427

Qualitätszirkel für Arzthelferinnen: Implementierung und kontinuierliche Evaluation

Originalarbeit Qualitätszirkel für Arzthelferinnen: Implementierung und kontinuierliche Evaluation Quality Circles for Physician Assistants: Implementation and Continuous Evaluation Autoren Institut P. Jansen, I. Schluckebier Lehrbereich Allgemeinmedizin, Universität Witten-Herdecke Schlüsselwörter Qualitätszirkel Arzthelferinnen selbstbestimmte Fortbildung Key words continuous medical education physician assistants general practitioners quality circles Zusammenfassung & Hintergrund: Die ambulante Versorgung der Zukunft ist allein aufgrund der demographischen Entwicklung nicht mehr mit den überkommenen Konzepten der rein ärztlichen Versorgung zu bewältigen. Arzthelferinnen und andere nicht ärztliche Berufe werden daher eine zunehmende Verantwortung und Einbindung in die Patientenbetreuung bekommen müssen und bedürfen zusätzlicher Quali?kationen. Es war daher unser Ziel, im Rahmen der Einführung eines „Qualitätszirkels für Arzthelferinnen“ deren Einschätzung zum bisherigen Fortbildungsangebot sowie Wünsche und Vorstellungen für gute Fortbildungsveranstaltungen zu erfragen, auf der Basis dieser Befragung Themen und Inhalte des Qualitätszirkels festzulegen und diesen kontinuierlich zu evaluieren. Methoden: Arzthelferinnen der Lehrpraxen für Allgemeinmedizin der Universität Witten Herdecke (UWH) wurden gezielt zu einer Einführungsveranstaltung eines Qualitätszirkels eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden in Kleingruppen positive und negative Aspekte bisher erlebter Fortbildungen erfragt, Kriterien für eine gute Fortbildung für Arzthelferinnen sowie mögliche Themen erarbeitet. Die Themen der folgenden Veranstaltungen wurden von den anwesenden (55) Arzthelferinnen vorgeschlagen und alle Veranstaltungen wurden kontinuierlich evaluiert. Ergebnisse: Die Arzthelferinnen des Qualitätszirkels bemängelten, dass es bisher zu wenig Möglichkeiten strukturierter und auf sie ausgerichteter Fortbildungen gäbe und entwickelten ein eigenes Konzept mit theoretischen und praktischen Anteilen. Die kontinuierliche Arbeit in einem Qualitätszirkel wurde von ihnen als besonders positiv und anregend bewertet. Schlussfolgerungen: Die Einrichtung von Qualitätszirkeln für Arzthelferinnen kommt deren Abstract & Background: Demographic changes in Germany will lead to changes in primary health care delivery in the near future. Physicians alone will not be able to ful?ll the needs of an aging population: Nurse practitioners and physician assitants (PA) – among other professions – will play an integral part in comprehensive patient care and they will need further quali?cations. The aim of this study was § to analyze PA-preferences regarding “high quality” educational meetings § the development of a continuous professional development (CPD) tool for PAs § the implementation and continuous evaluation of a respevtive CPD-tool. Methods: Survey of PAs (n = 55) from primary care teaching practices of the Medical Faculty of Witten-Herdecke University. Positive and negative aspects of current CPD iniatives as well as criteria for high quality CPD were identi?ed in several small group sessions. Relevant topics were suggested; subsequent learning sessions were designed and continuously evaluated. Results: PAs identi?ed the need for structured and PA-centered educational sessions and designed a specialised curriculum. Continuous participation in educational sessions and quality circles was rated positively and as especially valuable. Conclusions: The implementation of CPD for PAs working in ambulatory care is an important tool for quality development initiatives within the German primary care sector and provides an opportunity to develop individual professional solutions for the problems in every day practice. Bibliogra?e DOI 10.1055/s-2007-970427 Online-Publikation: 2007 Z Allg Med © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York · ISSN 1433-6251 Korrespondenzadresse Dr. med. P. Jansen Lehrbereichsleitung Allgemeinmedizin · Universität WittenHerdecke Alfred Herrhausen Str. 50 58448 Witten Dr.Paul.Jansen@t-online.de Jansen P, Schluckebier I. Qualitätszirkel für Arzthelferinnen … Z Allg Med Bedürfnissen nach kontinuierlicher Professionalisierung, gerade angesichts zunehmender organisatorischer Aufgaben im Praxisalltag, entgegen. Sie eröffnet zudem die Möglichkeit, sich auch mit Anderen regelmäßig auszutauschen und so praxisrelevante Lösungen für sich zu entwickeln. Einleitung & Welche Quali?kationen muss die Arzthelferin der Zukunft besitzen? Diese Frage, zurzeit im Ausschuss und der Ständigen Konferenz „Medizinische Fachberufe“ der Bundesärztekammer diskutiert, wird demnächst weiten Teilen der Ärzteschaft gestellt werden [1]. Die Quali?kationen werden sich ändern müssen, da die zunehmende Überalterung unserer Bevölkerung in Deutschland verbunden ist mit einem ansteigenden Morbiditätsrisiko. Diese Entwicklung der ambulanten medizinischen Versorgungslandschaft bedeuteten für die Allgemeinmedizin (AM) neue Herausforderungen in der ambulanten Patientenversorgung, die nicht mehr allesamt durch Ärzte erfüllbar sein werden, sondern quali?zierte Mitarbeiterinnen mit dem Willen zur kontinuierlichen Fortbildung erfordern. “Der Monoberuf Arzthelferin hat ausgedient”, hieß es daher auch beim 1. Deutschen Zukunftstag für Arzthelferinnen in Frankfurt [2]. Derzeit gibt es in Deutschland Veranstaltungen und Schulung in den Bereichen Quali?kation für Arzthelferinnen in der Pneumologie und Dialyse [3], Workshops zur Optimierung von Verwaltungsarbeiten, zum Notfallmanagement und zur täglichen Stressbewältigung [2], zudem Einzelveranstaltungen zur Kommunikation mit Patienten und zum Thema Patientenschulungen und Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus im Rahmen der Disease Management-Programme (DMP). Bisher existierten in Deutschland aber keine kontinuierlichen, strukturierten und evaluierten Fortbildungsangebote für Arzthelferinnen. Daher war es unser Ziel im Rahmen der Einführung eines „Qualitätszirkels für Arzthelferinnen“ deren Einschätzung zum bisherigen Fortbildungsangebot sowie Wünsche und Vorstellungen für gute Fortbildungsveranstaltungen zu erfragen und auf der Basis dieser Befragung Themen und Inhalte für den Qualitätszirkel festzulegen. Dem stehen Bedenken seitens der Allgemeinärzte z. B. in Großbritannien gegenüber, die Wilson A, Pearson D, Hassey A. in ihrer Untersuchung von 2002 [6] beschreiben. Obwohl die Arbeitsbelastung im Bereich der hausärztlichen Versorgung in Großbritannien ständig zunimmt und es Evidenz für den Nutzen von speziell ausgebildeten Arzthelferinnen in der Patientenbetreuung gibt, haben sich nur einige Praxen dazu entschlossen diese Ressourcen auch zu nutzen. Sie fanden als Barrieren die Angst der Hausärzte um ihren Status sowie die Befürchtung von Einkommensverlusten, zudem die Bedenken gegenüber der Möglichkeit, Arzthelferinnen ausreichend quali?zieren zu können, als Voraussetzung dafür, dass diese einen verantwortlichen Part in der Patientenversorgung übernehmen können. Bei der Bewertung muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Quali?kationen in der Literatur unterschiedlich sind. „Nurses“ sind ähnlich wie die deutschen Krankenschwestern ausgebildet und verfügen daher über mehr medizinisches Wissen als unsere Arzthelferinnen. Die „Receptionists“ dagegen sind weniger quali?ziert als die deutsche Arzthelferin. Methoden & Ablauf Arzthelferinnen der Lehrpraxen für Allgemeinmedizin der UWH wurden gezielt zu einer Einführungsveranstaltung eines Qualitätszirkels für Arzthelferinnen eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden in Kleingruppen positive und negative Aspekte bisher erlebter Fortbildung erfragt und Kriterien für eine gute Fortbildung für Arzthelferinnen erarbeitet. Die Themen für die weiteren Veranstaltungen wurden ebenso von den anwesenden (55) Arzthelferinnen vorgeschlagen. Alle durchgeführten und geplanten Veranstaltungen bestehen aus einer kurzen theoretischen Einführung und Diskussion sowie anschließenden Kleingruppenarbeiten oder praktischen Übungen in Kleingruppen. In dieser Arbeit sind sechs weitere Treffen innerhalb des Jahres 2005 ausgewertet, jedoch fanden seit Einführung im November 2004 jährlich 6 weitere Treffen mit einer konstanten Beteiligung von 25–30 Arzthelferinnen statt, die alle auch weiterhin kontinuierlich evaluiert wurden. Bei der Erstveranstaltung waren 55 Teilnehmerinnen anwesend. Um Kleingruppenarbeiten und einen regen Austausch zu gewährleisten, wurde die Zahl der Teilnehmenden auf maximal zwei pro Praxis begrenzt. Bewertung anhand der internationalen Literatur & Auch im internationalen Umfeld gibt es wenige Arbeiten, die sich mit den Bedürfnissen von Arzthelferinnen (Nurses) und deren Quali?zierung beschäftigen. Hayes stellte in seiner Befragung von Arzthelferinnen bereits 1989 fest, dass über die Hälfte der befragten Patienten von Arzthelferinnen zu medizinischen Belangen beraten würden, für die die Arzthelferinnen nicht quali?ziert sind [4]. Collins wies in seiner Untersuchung 2005 [5] mit Video- und Audio-Aufnahmen von Beratungsgesprächen nach, dass das Kommunikationsverhalten der Ärzte und Arzthelferinnen unterschiedlich ist, beide somit den Patienten unter Nutzung unterschiedlicher kommunikativer Techniken beraten. Die Arzthelferinnen nutzen dabei die Sprache und Verständnisebene der Patienten und bauen darauf ihre Hinweise auf. Ärzte bewegen sich eher auf dem Boden naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Er postulierte, dass die Kombination aus beiden einen sich verstärkenden Effekt zeige und zu einer besseren Patientenberatung führe. Dies spricht für den Nutzen von ausgebildeten Arzthelferinnen in der ambulanten Versorgung. Jansen P, Schluckebier I. Qualitätszirkel für Arzthelferinnen … Z Allg Med Evaluation Die Evaluation erfolgte mittels eines Fragebogens mit folgenden Fragen: § Ich nehme heute aufgrund des angekündigten Themas teil. § Der Vortragende war fachlich kompetent und gut vorbereitet. § Der Einsatz der Folien/Präsentation hat zum Verständnis beigetragen. § Der Referent/die Referentin ist auf die Fragen der Teilnehmer eingegangen. Originalarbeit § Die Diskussion war anregend. § Das ausgeteilte Material zum Thema (falls vorhanden) ist übersichtlich. § Das Thema fand ich praxisrelevant. § Das Referat hat mein Interesse an einer weiteren Vertiefung angeregt. § Ich würde mir eine Fortsetzung/Ergänzung des Themas wünschen. § Es gab ausreichend Zeit für Kleingruppenarbeit. Die Antworten sollten auf einer Neun-Punkte Skala von „trifft gar nicht zu“ bis „trifft voll zu“ angekreuzt werden. Zusätzlich gab es die Möglichkeit für Freikommentare. Die Ergebnisse wurden zur besseren graphischen Übersicht in Dreiergruppen zusammengefasst. Zudem wurden folgende weiteren Fragen gestellt: § Am Qualitätszirkel nehme ich teil: regelmäßig/eher sporadisch. § Ich nehme zudem an weiteren Qualitätszirkeln anderer Anbieter teil. § Unsere Praxis ist bereits Lehrpraxis der UWH. Tab. 1 Negative Seiten bisher erlebter Fortbildungen § teilweise gar keine Möglichkeit zur Fortbildung, da keine strukturierte Förderung durch den Praxisinhaber § Veranstaltungen oft für Ärzte und Arzthelferinnen ausgelegt, somit teilweise unverständlich oder wenig relevant § selten Gelegenheit zum Austausch untereinander § nahezu keine praktischen Übungen Ergebnisse & Ergebnis der Einführungsveranstaltung In der Einführungsveranstaltung wurden in Kleingruppen folgende Fragen bearbeitet: „Bitte denken Sie an die Fortbildungen, die Sie in letzter Zeit absolviert haben und diskutieren Sie in Ihrer Gruppe folgende Fragen: § Welche Fortbildung hat mir besonders weiter geholfen? § Was war bei dieser Fortbildung besonders/anders als bei anderen Fortbildungen? § Was würde ich von einer guten Fortbildung erwarten?“ Als positives Beispiel erlebter Fortbildungen wurde immer wieder das Notfalltraining genannt, da hier theoretische Inhalte, aber auch praktisches Arbeiten im Team vermittelt wurden. Alle Gruppen erarbeiteten aber auch negative Seiten bisher erlebter Fortbildungen, obwohl danach nicht unmittelbar gefragt war. Die positiven Aspekte und die Erwartungen an eine gute Fortbildung wurden in allen Gruppen dann aus diesen negativen Aspekten entwickelt. § Fallbeispiele § Eigenarbeit § Zerti?kat Dies Kriterien wurden daher für einen eigenen Qualitätszirkel für Arzthelferinnen als positive Hoffnungen und Ziele formuliert. Die weiteren Veranstaltungen fanden auf Vorschlag der Teilnehmerinnen zu folgenden Themen statt: § Geriatrisches Assessment (Patienten-Testung) [N = 33] § Kommunikation I: „Der schwierige Patient“ [N = 29] § Verbandtechniken/Wundmanagement [N = 34] § Qualitätsmanagement: Chance oder Hindernis in der Praxis? [N = 17] § Kommunikation II: „Umgang mit Patientenbeschwerden“ [N = 15] § Notfall-Training [N = 32] Ergebnis der Evaluation Bei der Befragung gaben 88 % der Teilnehmerinnen an, regelmäßig am Qualitätszirkel teilzunehmen, die übrigen eher sporadisch. 16 % antworteten, auch an anderen Fortbildungen regelmäßig teil zu nehmen. Obwohl die Teilnehmerinnen die Themen selbst vorgeschlagen hatten, haben sie nur zu 60–80 % aufgrund des Themas teilgenommen ( Abb. 1). Nur im Falle des Wundmanagements konstatierten alle, dass sie aufgrund des Themas teilnahmen. Alle Themen wurden dennoch von 80–90 % als praxisrelevant beurteilt ( Abb. 2). Uneinheitlich waren die Ergebnisse zu den Fragen acht und neun ( Abb. 3 und 4). Während ca. 80 % der Teilnehmerinnen angaben, dass das Referat ihr Interesse an einer Vertiefung des Themas geweckt habe, wünschte sich aber nur zu den Themen „Wundmanagement“ und „Notfalltraining“ über 80 % eine Fortsetzung. Zum „Qualitätsmanagement” wünschten sich diese immerhin noch über 70 %, beim Thema „Kommunikation“ aber nur noch ca. 40 %. Die Zeit für die Kleingruppenarbeiten fanden über 80 % ausreichend, die Zeit für praktische Übungen zu Wundmanagement und Notfalltraining wurde jedoch von der Mehrzahl als zu kurz empfunden ( Abb. 5). Negative Seiten bisheriger Fortbildungen Die Arzthelferinnen bemängelten, dass sie nur selten Gelegenheit bekommen, überhaupt an Fortbildungen teilzunehmen, und dass es meist keine strukturierte Förderung durch die Praxisinhaber gibt. Veranstaltungen, die sie erlebten, seien oft für Ärzte und Arzthelferinnen ausgelegt und damit sprachlich und inhaltlich für sie teilweise unverständlich. Die Themen zentrierten sich zudem oft auf Abrechnungsaspekte oder Quali?kationen, die zur Abrechnung von Leistungen erforderlich seien. Selten sei Gelegenheit zu praktischen Übungen und Erfahrungsaustausch in Kleingruppen ( Tab. 1). Diskussion & Die Auswahl der Themen für den Qualitätszirkel durch die Teilnehmerinnen selbst sowie die kontinuierlichen Treffen wurden von den Teilnehmerinnen positiv bewertet. Durch die hohe Praxisrelevanz und die Mischung von Referat und reger Diskussion und Kleingruppenarbeit konnte ein positives Arbeitsklima erreicht werden. Als problematisch erwies sich die Umsetzung des Themas „Kommunikation“. Zur Erarbeitung waren in der ersten Veranstaltung nach einer kurzen theoretischen EinJansen P, Schluckebier I. Qualitätszirkel für Arzthelferinnen … Z Allg Med Positive Aspekte eines Qualitätszirkels/Erwartungen Die Teilnehmerinnen formulierten, dass für sie gute Fortbildungen gekennzeichnet seien durch folgende Kriterien: § praxisnah § verständliche Formulierungen § Vermittlung von Sicherheit für die Teilnehmenden § Training des Selbstbewusstseins 1 Teilnahme aufgrund des angekündigten Teilnahme ndigten Themas? Themas? 120% 100% 80% 60% 40% 20% 0% 1-3 4-6 7-9 Geriatr. Assessment Kommunikation I Wundmanagement Qual.-management Kommunikation II Notfall Training 0% 80% 60% 40% 20% 100% 9 Ich würde mir eine Fortsetzung des Themas Ich rde wünschen nschen Geriatr. Assessment Kommunikation I Wundmanagement Qual.-management Kommunikation II Notfall Training 1-3 4-6 Punkte 7-9 Punkte Abb. 1 Abb. 4 7 Das Thema fand ich praxisrelevant Das 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1-3 4-6 7-9 10 10 Es gab ausreichend Zeit für Kleingruppenarbeit nd ng upp 120% Geriatr. Assessment Kommunikation I Wundmanagement Qual.-management Kommunikation II Notfall Training 100% 80% 60% 40% 20% 0% 1-3 4- 6 Punkte 7- 9 Geriatr. Assessment Kommunikation I W undmanagement Qual.-management Kommunikation II Notfall Training Punkte Abb. 2 Abb. 5 8 Das Referat hat mein Interesse an einer weiteren Vertiefung Vertiefung angeregt 100% 80% 60% 40% 20% 0% 1-3 4-6 Punkte 7- 9 Geriatr. Assessment Kommunikation I Wundmanagement Qual.-management Kommunikation II Notfall Training möglicherweise noch nicht bereit sind über Kommunikationsprobleme in ihren Praxen offen zu sprechen. Zudem kann der Einstieg in das Thema anhand von Problemsituationen ein Hemmnis gewesen sein. In den Diskussionen war deutlich zu erkennen, dass Probleme im Bereich Patientenkommunikation durchaus der Realität entsprechen, dass aber deutliche Hemmungen bestehen diese zu verbalisieren. Ein anderes Setting erscheint daher für das Kommunikationstraining sinnvoll. Schlussfolgerung/Ausblick & Die Einführung eines Qualitätszirkels für Arzthelferinnen erscheint uns ein erster positiver Schritt zur kontinuierlichen Quali?kation. Eine bessere Unterstützung durch eine kontinuierliche Förderung sowie zusätzliche Klientel adaptierte Veranstaltungen sollten diese Form der Fortbildung aber ergänzen. Der beschriebene Qualitätszirkel für Arzthelferinnen wird inzwischen kontinuierlich seit November 2004 mit 6 Themen pro Jahr fortgeführt. Die Teilnehmerinnenzahl hat sich zwischen 25 und 30 Teilnehmerinnen pro Veranstaltung stabilisiert. Die Evaluationsergebnisse sind weiterhin sehr positiv. Abb. 3 führung Rollenspiele in Kleingruppen vorgesehen. Diese stießen aber in zwei Kleingruppen auf eine komplette Ablehnung, so dass das Thema in diesen Gruppen theoretisch erörtert werden musste. In der Folgeveranstaltung zum gleichen Thema hatten wir daher Filmbeispiele mit Simulationspatientengesprächen und Arzthelferinnen aufgezeichnet. Die Mitarbeit der Teilnehmerinnen war deutlich reger, das Interesse an einer weiteren Vertiefung stieg von 60 auf 80 %, aber eine Fortsetzung wurde weiterhin nur von ca. 40 % der Teilnehmerinnen gewünscht. Gründe hierfür sehen wir in der zu großen Gruppengröße, zu geringer Zeit (zwei Stunden je Treffen) und darin, dass alle Arzthelferinnen aus demselben Einzugsbereich kommen und daher Jansen P, Schluckebier I. Qualitätszirkel für Arzthelferinnen … Z Allg Med Interessenskon?ikt: keine angegeben. Originalarbeit Literatur 1 Richter EA: Arzthelferinnen: Wie soll das Berufsbild zukünftig aussehen? Dtsch Arztebl 2000; 97: A–1793 2 Anonymus Arzthelferinnen: Beruf im Wandel. Dtsch Arztebl 1998; 95: A–1824 3 Anonymus Arzthelferinnen: Neue Curricula zur Fortbildung. Dtsch Arztebl 2002; 99: A–2446 4 Hayes E: GP receptionists: their work and training. Health Visit 1989; 62: 117–118 5 Collins S: Explanations in consultations: the combined effectiveness of doctors’ and nurses’ communication with patients. Med Educ 2005; 39: 785–796 6 Wilson A, Pearson D, Hassey A: Barriers to developing the nurse practitioner role in primary care - the GP perspective. Fam Pract 2002; 19: 641–646 Zur Person Dr. med. Paul Jansen, Leiter des Lehrbereiches Allgemeinmedizin der Universität Witten/Herdecke Tätig in eigener Praxis seit 1990 Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin/ Phlebologie/Geriatrie Im Bereich der universitären Tätigkeit und der Ärztekammer Westfalen Lippe seit Jahren mit der Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Ausund Fortbildungs-Programmen im Bereich der Allgemeinmedizin befasst. Jansen P, Schluckebier I. Qualitätszirkel für Arzthelferinnen … Z Allg Med


(Stand: 04.04.2007)

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