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Fréderic Chopin: Erkältet

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Im gerade abgelaufenen Jahr 2010 wurde an vielen Orten des 200. Geburtstages des polnischen Pianisten und Komponisten Frédéric Chopin gedacht. Ich selbst habe mit großem Genuss einer Aufführung der beiden Klavierkonzerte beigewohnt. Im Programmheft las ich einen Brief, den der 28-jährige, offenbar erkältete Chopin am 3. Dezember 1838 an seinen Freund Julian Fontana schrieb. Diese Passage möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

„In den letzten Wochen war ich krank wie ein Hund, trotz 18 Grad Wärme, trotz der Rosen, Palmen, Orangen und Feigen habe ich mich erkältet. Die drei berühmtesten Ärzte der Insel (Mallorca) haben mich untersucht.

  • Der erste beroch, was ich ausspuckte;
  • der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte;
  • der dritte tastete und horchte, wie ich spuckte.
  • Der erste sagte, ich sei bereits gestorben;
  • der zweite, dass ich gerade dabei sei, zu sterben;
  • der dritte, dass ich demnächst sterben würde.

Dabei fühlte ich mich heute wie immer; nur kann ich es Jan nicht verzeihen, dass er mir nicht sagte, was im Falle einer akuten Bronchitis, die bei mir vorauszusehen sei, zu tun sei. Mit großer Mühe habe ich verhindern können, dass man mich zur Ader ließ und mir Heilpflaster sowie künstlichen Eiter ansetzte.

PS: Erzähle den Leuten nicht,

dass ich krank war,

sonst gibt es

Klatsch!“

Foto: fotolia / Peter Kögler


(Stand: 20.04.2011)

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