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Neue Antikoagulanzien – die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) antwortet der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft

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Nur diejenigen unter Ihnen, die am Listserver Allgemeinmedizin teilnehmen www.listserv.dfn.de/archives/allgmed-l.html, kennen die Hintergründe einer im wahrsten Sinne des Wortes „interessanten“ Auseinandersetzung, bei der es um den von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) publizierten „Leitfaden zur oralen Antikoagulation bei nicht valvulärem Vorhofflimmern“ geht.

Dieser Leitfaden, der unter der Adresse www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/index.html frei verfügbar ist, gibt auf der Grundlage wissenschaftlicher Belege Empfehlungen zur Behandlung des Vorhofflimmerns und zum Umgang mit den sog. neuen Antikoagulanzien wie Dabigatran (Pradaxa®) oder Rivaroxaban (Xarelto®).

Die Stellungnahme aber passte einigen Kollegen nicht, die seit Jahren besonders durch ihre ausgiebigen Verflechtungen mit pharmazeutischen Unternehmen aufgefallen sind.

Am 18. Januar veröffentlichten die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfallgesellschaft (DSG) eine gemeinsame Presseerklärung, in der das AkdÄ-Papier kritisiert wird. Den Text können Sie unter www.dgn.org/pressemitteilungen/stellungnahme-antikoagulantien. html einsehen.

Das Pikante an der ganzen Angelegenheit sind nicht nur die heftigen Interessenkonflikte der Verfasser dieser Presseerklärung, sondern auch, dass der federführende Autor, Hans-Christoph Diener (Leiter der Neurologie am Universitätsklinikum Essen) – man höre und staune – bis vor wenigen Monaten außerordentliches Mitglied der AkdÄ war. Auf der Grundlage dieser Mitgliedschaft hätte man vielleicht erwarten können, dass ein solcher Dissens primär innerhalb der Kommission diskutiert wird. Herr Diener hielt es aber für angebracht, mit seinen Meinungen zunächst die Presse zu bedenken.

In ihrer jetzt publizierten Antwort www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/index.html geht die AkdÄ auf die Kritikpunkte im Einzelnen ein:

  • Änderungen in den Empfehlungen zum Einsatz von Dabigatran und Rivaroxaban ergeben sich aus Sicht der AkdÄ nicht.
  • Die AKdÄ empfiehlt weiterhin, zur Thromboembolieprophylaxe bei nicht valvulärem Vorhofflimmern in erster Linie Vitamin-K-Antagonisten einzusetzen – auch nach der Zulassung von Apixaban (Eliquis®) in dieser Indikation.

Der am Ende des AkdÄ-Briefes geäußerten Bitte, das „Anschreiben mit der Anlage auf der Homepage der DGN und der DSG einzustellen“ ist bislang nicht entsprochen worden. Mal sehen, ob die Herren nicht nur Ihre einkömmlichen Beziehungen zur Industrie pflegen, sondern auch noch etwas Mumm in den Knochen haben. Ein Kollege meinte allerdings, diese letzte Formulierung müsse man ändern. Die Frage sei, ob die Autoren noch das dafür erforderliche Maß an Restanstand hätten.

Abbildungen:

Foto: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft


(Stand: 16.04.2013)

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