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Hundertjährige im Krankenhaus

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Die Zahl der Personen, die mindestens hundert Jahre alt sind (dem Duden entnehme ich das Fachwort: „Zentenare“), wächst in allen industrialisierten Ländern rasant. In den USA lebten Ende 2010 fast 72.000 Zentenare, eine Verdopplung innerhalb von 20 Jahren. Im Jahre 2050 sollen es nach Hochrechnungen über 600.000 sein, ein Zuwachs um schlappe 735 %!

Wie hoch die Rate der stationären Aufnahmen und der Krankenhaus-Sterblichkeit für diese alten Menschen ist, zeigt ein kurzer Text amerikanischer Internisten. Danach betrug die Gesamtzahl aller akuten US-amerikanischen Klinikaufnahmen in den fünf Jahren zwischen 2004 und 2008 134.527 (80,1 % Frauen), was 59 Aufnahmen pro 100 Zentenare und Jahr entspricht. Der häufigste Aufnahmegrund bei der untersuchten 20 %-Stichprobe war mit 10,8 % die (Nichtaspirations)Pneumonie; die häufigsten Mortalitätsursachen betrafen Sepsis 32,1 %, Aspirationspneumonie 21 %, Myokardinfarkt 20,3 %, akutes Nierenversagen 16,9 % und Schlaganfall 16,5 %.

Die Gesamtmortalität von 10,5 % heißt übersetzt, dass annähernd 90 % ihren Klinikaufenthalt überlebten.

Eine fast zeitgleich erschienene Kohortenstudie (mit 18 Jahren Nachverfolgungsdauer) aus Stockholm zeigt, dass auch bei über 75-Jährigen die Beeinflussung modifizierbarer Lebensstilfaktoren wie (Nicht)Rauchen und körperliche Aktivität die Lebenszeit um fünf (Frauen) bzw. sechs Jahre (Männer) verlängern kann.

Mandawat A, Mandawat A, Mandawat MK, Tinetti ME. Hospitalization rates and in-hospital mortality among centenarians. Arch Intern Med 2012; 172: 1179–1180

Rizzuto D. Lifestyle, social factors, and survival after age 75: population based study. BMJ. 2012; 345: e5568

Foto: fotolia/Starpics


(Stand: 16.04.2013)

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