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Screening auf Diabetes Typ 2 ... bringt nichts

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Wissenschaftler aus Cambridge und London luden 138 hausärztliche Praxen zur Teilnahme an einer clusterrandomisierten Studie ein (d.h., dass primär nicht individuelle Patienten, sondern ganze Praxen miteinander verglichen wurden). In den dann tatsächlich randomisierten Praxen nahmen von den ursprünglich ausgewählten 20.184 Patienten (Alter: 40–69 Jahre, erhöhtes Diabetesrisiko) letztlich 15.874 Patienten teil.

Um das o.g. erhöhte Diabetesrisiko zu bestimmen, wurden Patienten in den Praxen der Screening-Gruppe über die EDV (gemäß Alter, Geschlecht, BMI sowie Verordnungen von Steroiden und Antihypertensiva) einem Risikoscore zugeordnet.

Die 15.874 Patienten (Screening-Gruppe: 11.737; Kontrollgruppe: 4.137 Patienten) wurden annähernd zehn Jahre lang nachverfolgt. Primärer harter Endpunkt war die Gesamtmortalität. Die Datenanalyse erfolgte nach dem intention-to-treat-Prinzip. Das heißt, dass auch Nichteilnehmer eingeschlossen wurden, was die Aussagekraft der Studie deutlich erhöht. Alle als Diabetiker identifizierten Patienten wurden nach wissenschaftlichem Standard behandelt.

Während der Nachverfolgungszeit (11-2001 bis 11-2011) verstarben in der Screening-Gruppe 1.532, in der Kontrollgruppe 377 Patienten. Die Resultate können Sie in der Tabelle ersehen (keine signifikanten Unterschiede, auch nicht in den Untergruppen kardiovaskuläre oder tumorbedingte Sterblichkeit).

Dies ist – auch nach bestem Wissen der Autoren – die erste randomisierte Studie, welche die Auswirkungen eines Diabetes Typ 2-Screeningsprogramms auf die Bevölkerungsmortalität untersuchte. Gemäß den angegebenen Interessenkonflikten (zwei der neun Autoren erhielten Vortragshonorare bzw. Reisekostenunterstützung von Eli Lilly bzw. Novo Nordisk) kann die Publikation als weitgehend industrieunabhängig angesehen werden.

Simmons RK, Echouffo-Tcheugui JB, Sharp SJ, et al. Screening for type 2 diabetes and population mortality over 10 years (ADDITION-Cambridge): a cluster-randomised controlled trial. Lancet 2012; 380:1741–8

Abbildungen:

Tabelle Todesfall-Inzidenz und hazard ratio für beide Vergleichsgruppen in der ADDITION-Cambridge-Studie [Lancet 2012; 380: 1744]


(Stand: 16.04.2013)

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