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23. Curriculum der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM e.V.)

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Anne Gerlach

Altbewährtes in neuem Ambiente

Das nunmehr 10. Curriculum der Sächsischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM e.V.) präsentierte sich in diesem Jahr an einem neuen Veranstaltungsort – dem Radisson Blu Park Hotel in Radebeul bei Dresden – mit gewohnt exquisiter hausärztlicher Fortbildung.

Um der stetig wachsenden Teilnehmerzahl gerecht zu werden, hatte sich das Präsidium für diesen neuen Veranstaltungsrahmen entschieden.

Fallberichte und Leitlinien prägnant

Der Mittwoch Nachmittag begann mit dem allseits beliebten Vortrag über „Fälle aus der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen“, dargestellt von Erik Bodendieck, Präsidiumsmitglied und Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer. In 90 Minuten erfuhren die Teilnehmer lebensnahe, schwierige Beispiele aus der täglichen Praxis und wurden damit auch sensibilisiert, sich selbst und das eigene Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Danach stellte Dr. Roger Voigt, Hausarzt in Oberoderwitz und ebenfalls Präsidiumsmitglied der SGAM, die DEGAM-Leitlinie „Brustschmerz“ vor. Besonders Praxisrelevantes, beispielsweise den „Marburger Herzscore“, erläuterte er den Teilnehmern verständlich und anschaulich.

Psychotherapie und Naturmedizin

Am Donnerstagmorgen ging es gleich weiter mit praktischen Tipps aus der Psychiatrie. Dr. Ursula Hämmerer, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie vom Klinikum Chemnitz, referierte über Anpassungs- und Belastungsstörungen. Selbst Traumatherapeutin, stellte sie Unterschiede heraus, warnte vor unnötiger Gabe von Benzodiazepinen, gab den Teilnehmern praktische Hinweise und bezog das Publikum in Übungen und Demonstrationen mit ein.

Der folgende Vortrag stand im Zeichen der ambulanten Psychotherapie – wie läuft sie ab und was gibt es für verschiedene Therapiemöglichkeiten? Was passt für welchen Patienten und zu welchem Krankheitsbild? Was sollte man bei einer Überweisung beachten? Darüber konnte Dr. Elke Schach, erfahrene psychologische Psychotherapeutin aus Chemnitz, kompetent und umfänglich Auskunft geben. Unter anderem erläuterte sie anhand von Videobeispielen entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

Vielfach von den Teilnehmern nach unserm letzten Curriculum nochmals gewünscht, hatte die Naturheilkunde am Nachmittag Platz gefunden. Dr. Anke Görgner aus Leipzig, Oberärztin an der naturheilkundlichen Klinik in Borna und bereits im vorigen Jahr mit diesem Thema bei der SGAM, berichtete diesmal über Phytotherapie.

Highlights aus der operativen Universitätsmedizin

Operativen Fachgebieten widmete sich der Freitagvormittag. Von Prof. Thomas Zahnert, Lehrstuhlinhaber der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden, erfuhren die Teilnehmer das Neueste zu interventionellen Techniken in der HNO. Dabei wurden speziell die Themen Schnarchen, Paukenröhrchen und Tonsillenerkrankungen erörtert. Auch hier gingen wieder ausgezeichnete Praxisrelevanz und Anschaulichkeit Hand in Hand.

Prof. Günter Lauer vom Uniklinikum Dresden beeindruckte im zweiten Teil des Vormittags mit einem sehr informativen und kurzweiligen Vortrag über die heutigen Therapiemöglichkeiten im Fachgebiet der Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Nach dem Mittag erfuhren die Kollegen von Prof. Dirk Mürbe wissenswerte und praxisrelevante Neuigkeiten über die Phoniatrie und deren Bedeutung für den Hausarzt.

Den Abschluss des abwechslungsreichen Programmes bildete der inzwischen gut etablierte Aktivteil. Diesmal konnten sich die Kursteilnehmer bei Zumba und Aroha unter Anleitung von Anke Bock, Physiotherapeutin und Kursleiterin, nach dem langen Sitzen wieder ausreichende Bewegung verschaffen.

Ausklang am Samstag

Einen gelungenen Abschluss fand das Curriculum am Samstag zunächst mit dem „besonderen eigenen Fall“, ein Thema, das vom Auditorium immer wieder gewünscht wurde.

Die Präsidiumsmitglieder Prof. Antje Bergmann, Dr. Andreas Schuster und Dr. Roger Voigt zeigten an Hand eigener Patientenbeispiele unerwartete Krankheitsverläufe und diskutierten diese ausführlich. Von nahezu allen Teilnehmern wurde dabei die besondere Praxisrelevanz geschätzt.

Kathleen Bauch, Ergotherapeutin aus Annaberg-Buchholz, beendete mit dem gelungenen Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen der Ergotherapie – Wissenswertes für den Hausarzt“ das diesjährige Curriculum.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen, die erneut zum Gelingen dieser schönen Veranstaltung beigetragen haben, den Referenten und dem sehr aktiven Publikum. Wieder wurde das Präsidium bestärkt, in seinem Bemühen um gute hausärztliche Fortbildung, nicht nachzulassen.

Interessierte können sich bereits jetzt den Termin für die nächste Veranstaltung in Radebeul vormerken: 21.1.–24.1.2015

Korrespondenzadresse

Dr. med. Anne Gerlach

Schwanauer Straße 78

09128 Chemnitz,

gerlach22@gmx.de


(Stand: 11.05.2015)

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