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Winterzauber Allgemeinmedizin

Erfahrungsbericht über die 1. Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin in Hinterzarten

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Juliane Höfer, Sabine Marquard

23 Mediziner in familiärer Atmosphäre

Was führt 23 Medizinstudenten/innen aus allen Ecken Deutschlands zu Beginn der Semesterferien in den Schwarzwald? Skiurlaub? Nicht nur das. Es ist vielmehr die Begeisterung für und das Interesse an der Allgemeinmedizin.

Gespannt und mit den unterschiedlichsten Vorstellungen und Erwartungen im Gepäck fanden wir uns an einem Mittwochnachmittag in Hinterzarten ein. Abends starteten wir mit einem ersten kulinarischen Highlight (es sollten noch weitere folgen) in unseren Kennenlernabend. Das Hotel, in dem wir Quartier bezogen hatten, war klein und familiär geführt und das engagierte Team verwöhnte uns nach allen Künsten des Kochens mit regionalen Spezialitäten – der Sahnetortenliebhaber beispielsweise fand seine Freude an der Schwarzwälder Kirschtorte. Unsere gemeinsamen Abende ließen wir, nach einer gemütlichen Runde im Gasthaus, das eine oder andere Mal auch in der hauseigenen Sauna ausklingen.

Über den Tellerrand der Allgemeinmedizin hinaus

Engagierte Lehrbeauftragte der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und ortsansässige Hausärztinnen und Hausärzte vermittelten uns ein umfangreiches Repertoire an theoretischem und praktischem Wissen rund um die Allgemeinmedizin. Voller Enthusiasmus und Motivation gelang es ihnen, uns zu zeigen, dass Allgemeinmedizin entgegen den weit verbreiteten Klischees, alles andere als eintönig ist. So befassten wir uns mit spannenden Themen wie beispielsweise der Blickdiagnose, die in der hausärztlichen Praxis (nicht nur aufgrund der limitierten Gerätediagnostik) eine ausgesprochen wichtige Rolle spielt. Des Weiteren nahmen Palliativmedizin, das Management chronischer Krankheiten und patientenzentrierte Gesprächsführung eine führende Rolle ein. Stets waren wir dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden und uns Gedanken zu den jeweiligen Themen zu machen.

Im Freiburger Skills-Lab (STUDITZ) konnten wir uns mit der allgemeinmedizinischen Basisdiagnostik vertraut machen und sammelten Erfahrung bei der Interpretation von EGKs und der Sonografie sowie der Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei Frauen, mit dem Umgang mit dem Doppler-Ultraschall und den verschiedenen Injektionstechniken. Über den Tellerrand der Allgemeinmedizin hinaus beschäftigten wir uns mit Reanimation und übten auch das Intubieren. Die Notfallmedizin ist nur eine von vielen Zusatzqualifikationen, die ein Hausarzt erlangen und die seinen Arbeitsalltag bereichern kann.

Da der moderne Hausarzt auch wissenschaftliches Arbeiten in seinen Alltag integrieren sollte, um bestens informiert im Sinne seines Patienten entscheiden zu können, diskutierten wir Themen der evidenzbasierten Medizin und der Pharmakotherapie.

Freizeit und Allgemeinmedizin

Neben der Einführung in hausärztliche Medizin stand auch das Kennenlernen der Region Feldberg und des Schwarzwaldes im Vordergrund. Anscheinend war uns Petrus nicht besonders wohl gesonnen und schickte uns statt des erhofften Schnees eher frühlingshafte Temperaturen. Bei unserer Fackelwanderung zur Hinterzartener Skisprungschanze stapften wir mehr auf Steinen als durch den Schnee. Und auch das Pistenerlebnis hielt sich in Grenzen. So machten wir uns Freitagmorgen, bepackt mit unseren Skiern, auf den Weg zum Feldberg, um in 1493 m ü. NHN die weiße Pracht zu genießen und um einige Kurven mit den Brettern unter den Füßen zu schwingen. So gelang es unseren Lehrärzten, uns auch den Freizeitwert des Weiterbildungsfaches Allgemeinmedizin aufzuzeigen.

Vier Tage vergingen wie im Flug …

Leider hat Alles einmal ein Ende, so auch die schöne und ereignisreiche gemeinsame Zeit in Hinterzarten. Unseren letzten Abend ließen wir, nach getaner Arbeit, alle miteinander schick gekleidet im hoteleigenen Restaurant ausklingen. Die Krönung des Abends stellte der Auftritt der Baseler „Kleinkunstbühne Rampe“ dar, einem kleinen Impro-Theater, das uns anregte, die gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Tage bei heiterem Gelächter noch einmal Revue passieren zu lassen. Bis in die Nacht hinein wurde getanzt – leider waren wir irgendwann zu laut für das kleine beschauliche Hinterzarten …

Unser besonderer Dank gilt der Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg, welche die Finanzierung und Durchführung der 1. Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin erst möglich gemacht hat. Darüber hinaus bedanken wir uns bei allen mitwirkenden Lehrärzten des Universitätsklinikums Freiburg, dem Hausärzteverband Baden-Württemberg und allen an der „1. Schwarzwälder Winterschool“ beteiligten Personen.

Teilnehmer der Winterschool:

Alexandra Jocham (München), Andre Thyroff (Erlangen-Nürnberg), Anneliese Uckermark (Rostock), Ann-Kathrin Tschürtz (Ulm), Helen Tecklenborg (Aachen), Jacqueline Merkle (Ulm), Johannes Sting (Freiburg), Juliane Höfer (Dresden), Karl Busch-Petersen (Berlin), Katharina Reisgys (Freiburg), Lisa Butzhammer (München), Martina Schäfer (Feiburg), Rebecca Eisele (Freiburg), Richard Koch (Freiburg), Sabine Marquard (Mannheim), Sabine Reuter (München), Sebastian Stadler (Freiburg), Sergej Höschele (Gießen), Sophie Kalckreuth (Leipzig), Stefan Colling (Regensburg), Stefanie Ribbe (Aachen), Thomas Kienzle (Aachen)

Abbildungen:

Abbildung 1 Exkursion zum Feldberg

Fotos: Robert Auer

Abbildung 2 Die Teilnehmer der Winterschool


(Stand: 11.05.2015)

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