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Handschüttel-freie Zone

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Obwohl das Händeschütteln ein jahrhundertealtes, sozial tief verwurzeltes Begrüßungsritual darstellt, plädieren Autoren der University of California in Los Angeles dafür, in medizinischen Einrichtungen darauf zu verzichten.

Sie haben in ihren Institutionen, in denen viele Patienten mit Infekten behandelt werden, Schilder mit folgendem Text aufgestellt: „Handshake-free zone: to protect your health and the health of those around you, please refrain from shaking hands while on these premises“ (Handschüttel-freie Zone: Um Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen zu schützen, bitten wir darum, in dieser Umgebung das Händeschütteln zu unterlassen).

Ob diese „Enthaltsamkeit“ so einfach durchzusetzen ist, darf bezweifelt werden (im Listserver Allgemeinmedizin fand bereits 2012 eine heftige Kontroverse über Pro und Contra des Händeschüttelns statt www.listserv.dfn.de/archives/allgmed-l.html).

Zur Analogie: Die Compliance des medizinischen Personals mit Hygienemaßnahmen wie z.B. Händewaschen beträgt gerade einmal 40 %. Ähnlich niedrige Zahlen berichten Studien, in denen Personen in öffentlichen Toiletten per Video beobachtet wurden: Demnach waschen sich nur rund ein Drittel der männlichen Benutzer die Hände, bei Frauen ist der Prozentsatz doppelt so hoch. Alkoholbasierte Desinfektionslösungen (oder entsprechendes Gel) sind nicht gegen alle relevanten Keime aktiv, z.B. nicht gegen Clostridium difficile.

Sklansky M, Nadkarni N, Ramirez-Avila L. Banning the handshake from the health care setting. JAMA 2014; 311: 2477–78. Frei verfügbar unter jama.jama network.com/article.aspx?articleid= 1873637

fotolia/milosducati


(Stand: 17.04.2015)

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