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Positive Signale für die Klinische Forschung in der Allgemeinmedizin

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Im Rahmen eines Symposiums haben das DFG-geförderte Netzwerk „Klinische Studien in der Allgemeinmedizin“ und die DEGAM mit zahlreichen Experten aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswesen über die Notwendigkeit einer strukturellen Förderung allgemeinmedizinischer Forschung diskutiert.

In der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mangelt es häufig an wissenschaftlichen Belegen dafür, inwieweit Diagnoseverfahren oder Therapien unter Alltagsbedingungen einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Dies ist auch in der hausärztlichen Behandlung nicht anders. Der Blick auf internationale Beispiele zeigt aber, dass klinische Studien im hausärztlichen Umfeld erforderlich sind, um diese Evidenzlücken wirksam zu schließen. So wies Key Note Speaker Prof. Frank Sullivan (Universität Toronto) zum Beispiel darauf hin, dass Länder mit einer starken Allgemeinmedizin auch effektivere und effizientere Gesundheitssysteme hätten.

Prof. Ferdinand M. Gerlach betonte in seinem Grußwort, dass hochspezialisierte Forschung an Universitätskliniken allein nicht ausreiche: „Auch in Deutschland ist das reale Labor die Praxis.“ Prof. Eva Hummers-Pradier (Universität Göttingen) und Prof. Jean-François Chenot (Universität Greifswald) führten in ihrem Vortrag an, dass in Deutschland prinzipiell bereits eine hohe Bereitschaft für Forschung in Hausarztpraxen vorhanden sei. Es gelte nun, nach internationalen Vorbildern auch hierzulande Forschungspraxennetze angemessen und nachhaltig zu finanzieren.

Ein zentrales Ziel liegt darin, forschungsfördernde Institutionen in Deutschland von der Notwendigkeit Klinischer Forschung und Versorgungsforschung zu überzeugen: „Die Förderung der Forschung in der Allgemeinmedizin muss vor allem nachhaltig sein“, richtete Dr. Ildikó Gágyor (Universität Göttingen) eine zusammenfassende Botschaft aus den Vorträgen an die Entscheidungsträger.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Gesundheitswesen, die von DEGAM-Vizepräsident Prof. Martin Scherer moderiert wurde, konnten die aufgeworfenen Fragestellungen vertieft werden. Da bezüglich der Notwendigkeit eines Strukturwandels bei Klinischen Studien in der Allgemeinmedizin weitgehend Konsens herrschte, konnten verschiedene Lösungsansätze diskutiert werden. Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stimmten mit Prof. Gerlach und mit den Anwesenden aus der wissenschaftlichen Allgemeinmedizin vor allem darin überein, dass Versorgungsprobleme von Menschen in der ambulanten Versorgung stärker in den Fokus der Förderprogramme und des Innovationsfonds der Bundesregierung rücken sollten.

In diesem Zusammenhang kündigte Dr. Renate Loskill (Bundesministerium für Bildung und Forschung) an, dass das dortige Förderprogramm nach einem Jahr Pause 2016 wieder aufgenommen werde. Josef Hecken (Vorsitzender des G-BA) ergänzte zudem, dass im Teil Versorgungsforschung des Innovationsfonds ein Schwerpunkt auf die Primärversorgung gelegt werde.

Weitere Informationen zu den Teilnehmern des Symposiums sowie zum Forschungsnetzwerk unter: www.degam.de/netzwerk-klinische-studien.html.


(Stand: 17.04.2015)

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