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Die internationale Vernetzung in der jungen Allgemeinmedizin am Beispiel des Vasco da Gama Movement

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Christofer Patrick Reichel

Mobilität, Vernetzung, internationaler Austausch, Kommunikation, Social Media – wichtige Schlagworte in der heutigen Zeit. Auch im Bereich der Medizin sind internationale Kooperationen, gemeinsame Projekte und Kommunikation ein immer wichtiger werdender Teil. In der Allgemeinmedizin hat sich hier durch das Vasco Da Gama Movement und die in dieser Organisation entstehenden Projekte eine faszinierende Kultur der länderübergreifenden Zusammenarbeit entwickelt. Das Vasco Da Gama Movement als europäische Mutterorganisation der nationalen Organisationen junger Allgemeinmediziner (wie die JAMÖ in Österreich oder die JADE in Deutschland) unter dem Dach der WONCA fördert und unterstützt dies in vielen verschiedenen Bereichen der Allgemeinmedizin. Einerseits durch die Vorkonferenz, die im Rahmen des jährlich stattfindenden WONCA-Kongresses (World oder Europe) abgehalten wird, und andererseits durch das 2014 ins Leben gerufene, ebenso jährlich stattfindende Vasco Da Gama Forum werden die während des Jahres gestarteten und auch schon laufenden Projekte gegenseitig präsentiert, neue Kontakte geknüpft und neue Ideen entwickelt.

Besondere Betrachtung soll die durch die heutigen technologischen Möglichkeiten unkomplizierte und effiziente Zusammenarbeit, weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus, erhalten. Innerhalb des Vasco da Gama Movement gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die sich spezieller Thematiken annehmen und hier versuchen, neue Wege und Erkenntnisse durch verschiedene Projekte zu erarbeiten. Um dies so einfach wie möglich zu erreichen, sind moderne Kommunikationsformen wie die sozialen Medien (Facebook, Twitter, Skype, Tumblr, Instagram usw.) unabdingbar, da diese eine einfache und rasche Kommunikation erlauben, aber auch ein schneller und direkter Weg sind, möglichst viele Menschen zu erreichen. Die gemeinsamen Projekte der jungen Kolleginnen und Kollegen im Vasco da Gama Movement erfolgen in den fünf Arbeitsgruppen Education & Training, Exchange, Research, Beyond Europe und Image. Innerhalb dieser Gruppen haben sich über die Zeit immer wieder neue Unterprojekte und Subgruppen für spezielle Themen gebildet. Ein neues und sehr spannendes Projekt ist die FM Change Makers Initiative. Ziel dieser Initiative, eigentlich mittlerweile ein Netzwerk, ist es, das Konzept des Change Management in die allgemeinmedizinische Praxis einzubringen. Durch das Sammeln von möglichst vielen existierenden Ressourcen, den Themen Professional Networking and Collaboration, Communication Skills and Patient Empowerment, Independent and Primary Care Relevant Guidelines and Research sowie Public Image and Policy Development in Primary Care soll eine Art Toolkit für interessierte Allgemeinmediziner entwickelt werden, welche diese unterstützen soll, Veränderungen beziehungsweise Neuerungen in die tägliche Praxis einzubringen. Um dies zu erarbeiten, haben als wichtige Kommunikations- und Kollaborationsmedien die sozialen Medien immer mehr an Bedeutung gewonnen. So wurden zum Beispiel die zweimal im Monat stattfindenden Tweetchats, also Diskussionen über die Twitter Plattform, immer populärer und haben mittlerweile Teilnehmer aus Europa, den USA, Afrika und Asien zu regelmäßiger Aktivität in diesen Diskussionen gewonnen. Diese Tweetchats wurden so populär, dass sich sogar eine wissenschaftliche Arbeit über den Impact dieser Diskussionen auf die Bedeutung der Allgemeinmedizin in den sozialen Medien in Vorbereitung ist. Dieses Projekt konnte sogar für das Stanford Medicine X Programm der Stanford University eingereicht werden.

Fast alle Arbeitsgruppen, wie zum Beispiel die Equally Different Group mit Fokus auf Gender-Fragen in der Allgemeinmedizin, die Family Violence Group mit Fokus auf Gewalt in Familien und deren Prävention, aber auch das von Beginn an sehr wichtige Hippokrates Exchange Program, (das jungen Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern einen Austausch für zwei Wochen zu einer allgemeinmedizinischen Praxis innerhalb des europäischen Netzwerkes ermöglicht), verwenden soziale Medien, um die Projekte zu bewerben, Veranstaltungen anzukündigen oder Abstimmungen und Besprechungen innerhalb der Arbeitsgruppe zu koordinieren.

Durch die Verwendung sozialer Medien ist es den Teilnehmern möglich, innerhalb kürzester Zeit Projekte, Abstracts, Artikel etc. weit über die Landesgrenzen hinaus zu erarbeiten und zu planen. Durch diese Vernetzung der jungen Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner entstehen auch Kooperationen zwischen den verschiedenen YDMs (Young Doctor Movements), wie z.B. das nordamerikanische Polaris, das südamerikanische Waynakay, das südasiatische Spice Route Movement, das afrikanische AfriWon Renaissance, das Rajakumar Movement im asiatisch-pazifischen Raum. Dadurch können die unterschiedlichen Aspekte, Anforderungen, Herausforderungen und Themen der Allgemein- und Familienmedizin in den verschiedensten Regionen der Welt zusammengebracht werden und letztendlich das Ziel verfolgt werden, unsere tägliche Arbeit und Versorgung der Patienten zu verbessern.


(Stand: 17.04.2015)

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