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Die Ständige Leitlinien-Kommission (SLK) begeht ihre 50. Sitzung – ein Besuch zum Jubiläum

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Philipp Leson

Wer bei der Buchstabenfolge SLK an ein Cabrio-Modell von Mercedes-Benz denkt, ist vermutlich kein Hausarzt. Denn unter Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern steht SLK für nicht weniger als die „Ständige Leitlinien-Kommission“, die wissenschaftlich fundierte und zugleich praxiserprobte Leitlinien entwickelt und damit den Hausärztinnen und Hausärzten im Lande evidenzbasierte Empfehlungen an die Hand gibt.

Auf dem IhF-Kongress in Mannheim Ende Februar beging die SLK – passend zum Jubiläumsjahr der DEGAM – ihre mittlerweile 50. Sitzung und es bleibt zunächst zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Jubiläum. Der Besuch der Sitzung offenbarte einmal mehr, was eigentlich nicht mehr gesagt werden muss: Die SLK arbeitet mit viel Hingabe und Engagement an ihren Themen. Und die Leitlinien sind so etwas wie das wissenschaftliche Herzstück der DEGAM. Gleichsam haben sich professionelle Strukturen wie die von Dr. Anne Barzel geführte Leitlinien-Geschäftsstelle und die von Dr. Cathleen Muche-Borowski verantwortete Leitlinien-Entwicklungsstelle längst etabliert. Nun war die 50. Sitzung trotzdem keine ganz gewöhnliche. Denn neben einem Rückblick auf mittlerweile fast 20 Jahre Leitlinienarbeit stand auch die Diskussion zur programmatischen Neuausrichtung der SLK auf dem Programm. „Wir wollen alles machen, was wir in den normalen Sitzungen nicht machen können“, erklärte SLK-Sprecher Prof. Martin Scherer zu Beginn.

Blick zurück nach vorn

Doch wie fing das mit der Leitlinienarbeit der DEGAM eigentlich an? Der stellvertretende SLK-Sprecher Martin Beyer wagte einen „Blick zurück nach vorn“: Die DEGAM gründete das Leitlinienprojekt im September 1997 und führte im Dezember 1997 die erste Sitzung des „Arbeitskreises Leitlinien“ durch. Vorangegangen war 1995 eine Empfehlung des Sachverständigenrates an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Entwicklung von Leitlinien voranzutreiben. Von Anfang an legte die DEGAM großen Wert auf die Evidenzstärke ihrer Leitlinien. Im Mittelpunkt steht seitdem der sogenannte „DEGAM-10-Stufen-Plan“, der die Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und Evaluation von Leitlinien für die hausärztliche Praxis regelt. 1998 stellte die DEGAM einen Antrag an das Bundesministerium für Gesundheit auf Förderung des Projekts „Entwicklung und Implementierung von Leitlinien für die hausärztliche Praxis“. Dieses wurde für drei Jahre bewilligt. Die erste fertiggestellte Leitlinie war „Brennen beim Wasserlassen“, bis 2006 folgten acht weitere.

Seit 2007 gibt es die SLK in ihrer heutigen Form und die Jubiläumssitzung bot Raum, die Zukunft zu planen. Jeder Teilnehmer durfte zwei Zettel ausfüllen. Auf einem sollte vermerkt werden, wo die SLK in fünf Jahren stehen soll und auf dem anderen, welchen Beitrag jeder persönlich leisten könne. Wer die SLK kennt, weiß, dass die Ergebnisse zu kontroversen Diskussionen anregten und dass das Brainstorming die unterschiedlichsten Positionen hervorbrachte. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob möglichst viele Themen in Leitlinien behandelt werden sollten oder ob die SLK nicht besser Schwerpunkte setzen sollte. Ein klares Signal sendet die SLK hingegen in Richtung DEGAM-Präsidium: Die Möglichkeiten und Ressourcen seien erschöpft, es bedürfe einer weiteren Professionalisierung der Kommission. Um die Ideen konkret auszugestalten, wurden drei Arbeitsgruppen gegründet, die sich mit den Themen „Institutionalisierung“, „Implementierung“ und „Themen-Priorisierung“ befassen und die erste Überlegungen im Rahmen der 51. Sitzung auf dem nächsten Jahreskongress der DEGAM in Frankfurt präsentieren wollen.

So kann die 50. Sitzung der Ständigen Leitlinien-Kommission auch von ihrem Ergebnis als eine besondere angesehen werden. Denn es wurde vor allem eines deutlich: Will die SLK ihr hohes Niveau in der Erarbeitung von Leitlinien halten, muss sie sich nach Ansicht der knapp 40 anwesenden Mitglieder weiter professionalisieren. Man darf gespannt sein, welche Vorschläge in den besagten fünf Jahren umgesetzt werden. Andererseits ist es beeindruckend zu sehen, wie intensiv die Mitglieder auf ehrenamtlicher Basis ihre Themen diskutieren und verfolgen. Wie sagte es Dr. Michael Becker so schön: „Die Arbeit in der SLK ist zwar aufwendig, aber auch sehr befriedigend. Sie macht Freude, weil mitgestaltet und entwickelt werden kann.“ Das ist der Geist der SLK, der auch die Jubiläumssitzung ausmachte.

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DEGAM

Abbildungen:

Abbildung 1 Arbeitsatmosphäre in der SLK

Abbildung 2 Die Leitung der SLK (v.l.n.r.): Prof. Dr. Martin Scherer, Dr. Cathleen Muche-Borowski, Dr. Anne Barzel, Dipl. Soz. Martin Beyer


(Stand: 15.04.2016)

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