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Herzinsuffiziente Patienten: Vor primärpräventive Implantation eines Kardioverters/Defibrillators (ICD) gehört leitliniengerechte Arzneimitteltherapie!

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Michael M. Kochen

Die primärpräventive Implantation eines Kardioverters/Defibrillators (ICD) bei moderat herzinsuffizienten Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion ist eine immer häufiger beworbene und eingesetzte Therapiemethode, deren Stellenwert allerdings nicht unumstritten ist. Der ICD soll durch automatisierte Elektroschocks von Rhythmusstörungen die Überlebenszeit der Kranken verlängern. Klar ist, dass die in Frage kommenden Personen angemessen medikamentös behandelt werden müssen.

US-amerikanische Autoren haben in einem Register nachgesehen, wie es bei Patienten, bei denen dieser Eingriff vorgenommen wurde, tatsächlich um die leitliniengerechte Arzneimitteltherapie steht. In den 90 Tagen vor dem Eingriff hatten von 19.733 Patienten weniger als zwei Drittel ACE-Hemmer/Sartane und einen geeigneten Betablocker verschrieben bekommen, ohne dass dafür Gründe evident wurden.

Aus den Daten lässt sich schlussfolgern, dass sich durch eine vorenthaltene (oder sagen wir milde: nicht erfolgte) Arzneimitteltherapie der klinische Zustand der Patienten so „anpassen“ lässt, dass die Neigung zu einem invasiven Eingriff vielleicht größer wird (gemein, ich weiß) … Ein Vergleich der medikamentös gut mit den medikamentös schlecht Eingestellten unter den Patienten zeitigte ein eindeutiges Ergebnis: Die adjustierte Mortalität der beiden Gruppen betrug nach einem Jahr 11,1 % versus 16,2 % – ein signifikanter Unterschied.

Die Originalarbeit aus dem Journal of the American College of Cardiology (2016) ist frei verfügbar unter www.sciencedirect.com/science/article/pii/S073510971600125X?via%3Dihub#.


(Stand: 13.04.2018)

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