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SGLT-2-Inhibitoren – neues Wundermittel zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2?

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Andreas Sönnichsen

Frage

In den vergangenen Jahren sind zahlreiche randomisiert kontrollierte Studien zur Effektivität von SGLT-2-Inhibitoren (SGLT-2-I, Gliflozine) in der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 publiziert worden. Nur wenige Studien erfassten kardiovaskuläre Endpunkte über einen längeren Zeitraum. Ist es empfehlenswert, SGLT-2-I routinemäßig in der antihyperglykämischen Therapie einzusetzen, wenn durch Lebensstiländerung und Metformin keine befriedigende Stoffwechseleinstellung erzielt werden kann?

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Antwort

Bisher liegen nur zwei große randomisiert kontrollierte Studien mit kardiovaskulären Endpunkten vor. In diesen zeigt sich zwar eine leichte Überlegenheit hinsichtlich des kardiovaskulären Composite-Endpunkts, und in einer der beiden Studien auch ein leichter Vorteil hinsichtlich der kardiovaskulären und der Gesamtmortalität, die positiven Effekte werden jedoch durch eine hohe Rate unerwünschter Wirkungen erkauft, vor allem genitale Infektionen. FDA und EMA warnen vor Ketoazidosen als mögliche schwerwiegende Nebenwirkung. Ein positiver Gruppeneffekt kann aus der noch spärlichen vorliegenden Studienevidenz nicht abgeleitet werden. In Anbetracht hoher Therapieabbruchraten (> 25 %) bereits in den Studien ist fraglich, ob sich die positiven Studieneffekte in der Praxis reproduzieren lassen. Die SGLT-2-I kommen in der Praxis sicher nur als Ausnahme zum Einsatz. Eine generelle positive Empfehlung lässt sich aus den bisher vorliegenden Daten nicht ableiten.

Hintergrund

Im November 2012 wurde mit Dapagliflozin der erste SGLT-2-I durch die EMA zugelassen und kam auch in Deutschland als Forxiga in der Monotherapie und als Xigduo in der Kombination mit Metformin auf den Markt. Im Jahr 2013 erfolgte die Zulassung von Canagliflozin (Invokana, bzw. Vokanamet in Kombination mit Metformin). Nachdem Canagliflozin allerdings durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und den Gemeinsamen Bundesausschuss (GB-A) negativ...


(Stand: 13.04.2018)

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