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Kaduszkiewicz, H. Gendergerechte Sprache. Z Allg Med 2018; 94: 49

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Frank H. Mader

Leserbrief von Prof. Dr. Frank H. Mader

Noch nie hatte ich eine solch tagesaktuelle ZFA in Händen wie Heft 2/2018 mit dem Editorial „Gendergerechte Sprache“ von Frau Prof. Kaduszkiewicz: Gerade heute, als ich die ZFA im Postkasten fand, hatte ich bereits am Morgen in der Tageszeitung die dpa-Meldung gelesen: Bundesgerichtshof in Karlsruhe prüft Verwendung von Vordrucken, die eine spezifisch weibliche Personenbezeichnung vorsehen (VI ZR 143/17). Hier geht es um die Klage einer Rentnerin gegen ihre Bank; sie will auf Formularen in der weiblichen Form angesprochen werden.

Hat denn die wissenschaftliche Allgemeinmedizin keine anderen Probleme in einer Fachzeitschrift mit wissenschaftlichem Anspruch, als in einem Editorial einen literaturhinterlegten Ganzseiter mit „Regeln für eine geschlechtergerechte Sprache“ zu bringen mit Schulmeistereien wie „Bitte vermeiden Sie“ – „Bitte verwenden Sie“, um schlussendlich sich einzugestehen: „Die einzig wahre und korrekte Lösung“ gibt es nicht?

Bleiben wir doch weiterhin – nicht erst „in Zukunft“ – „pragmatisch, vielseitig und unkompliziert“ ohne „zwanghaft“ zu werden, wie Frau Kaduszkiewicz schreibt. Als Mann kann ich gut damit leben, wenn das Editorial (in dieser Reihenfolge) „für die Herausgeberinnen und Herausgeber“ verfasst ist, wo doch die Herausgeberschaft im Impressum der ZFA männlich dominiert ist. Pragmatisch dagegen scheint mir der Merkkasten in derselben Ausgabe auf S. 93 zu „Leserbriefen“ zu sein, wenn hier zu lesen steht: „Sie können auch einen der Herausgeber anschreiben“. Also doch noch nicht alles „durchgegendert“.

Interessenkonflikte: Mann.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Frank H. Mader

Talstraße 3

93152 Nittendorf

frank.mader@gemeinschaftspraxis- nittendorf.de

www.maderallgemeinmedizin.de


(Stand: 13.04.2018)

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