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„Fieber und Husten mit Auswurf“: Symptome, die eine Antibiotikumgabe triggern

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Lisa Schwarz, Angela Schedlbauer, Thomas Kühlein, Susann Hueber

Schlüsselwörter: Antibiotika Hausarzt Verordnungsgründe akute Atemwegsinfektion


Verordnungsrate für jede der 16 Fallvignetten

Hintergrund: Bei einem akuten Atemwegsinfekt wird die ärztliche Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum maßgeblich durch Symptome und Patientenmerkmale beeinflusst. Ziel dieser Studie war es, die relative Wichtigkeit einzelner Merkmale zu ermitteln und Hausärzte mit ähnlichem Antwortverhalten zu finden. Zudem interessierte uns die ärztliche Entscheidungssicherheit beim Verordnen von Antibiotika.

Methoden: In einer Online-Fragebogenstudie wurden Hausärzte anhand von 16 Fallvignetten zu ihren Verordnungsentscheidungen und ihrer Entscheidungssicherheit befragt. Es wurden fünf variierende Merkmale untersucht: Alter (jung/alt), Sputum (gelb-grünlich/farblos), Krankheitsdauer (kurz/lang), Fieber (ja/nein) und Diabetes Typ 2 (ja/nein). Die relative Wichtigkeit der Merkmale wurde mit Hilfe der Conjoint-Analyse bestimmt. Eine Cluster-Analyse ermittelte Gruppen mit ähnlichem Antwortverhalten.

Ergebnisse: Es wurden die Daten von 139 Befragten ausgewertet. Die mittlere Verordnungsrate betrug 24 %. Die Entscheidungssicherheit lag bei 4,7/6. Den größten Einfluss hatten „Fieber“ und „gelb-grünliches Sputum“. Es fanden sich zwei Gruppen unter den teilnehmenden Hausärzten: Die tendenziell ältere Gruppe maß „gelb-grünlichem Auswurf“ die höchste Bedeutung bei, während die jüngere Gruppe eher auf „Fieber“ achtete.

Schlussfolgerungen: Die wichtigsten Entscheidungskriterien waren Fieber und gelb-grünliches Sputum. Tendenziell scheint sich ein Umdenken in den Entscheidungskriterien weg von der Sputumfarbe hin zum Fieber anzudeuten.

Eine Conjoint-Analyse mit Hausärzten

A Conjoint Analysis

1 Medizinische Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 2 Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen Peer-reviewed article eingereicht: 29.01.2018, akzeptiert: 06.03.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0167–0172

Hintergrund

Beim häufigsten Beratungsanlass in der Allgemeinarztpraxis, der Atemwegsinfektion, ist ein Antibiotikum nur in etwa 10 % aller Fälle indiziert [1]. Dennoch werden bei Atemwegsinfektionen...


(Stand: 13.04.2018)

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