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Wissenstransfer

DOI: 10.1055/s-2008-1076718

Wissenstransfer

214 Übersicht Wissenstransfer DEGAM-Serie: „Betreuung von Menschen mit chronischen Krankheiten“ Knowledge Transfer DEGAM-Series: “Comprehensive Care for Patient with Chronic Illness” Autoren Institute H. C. Vollmar1, F. Gerlach1, J. Szecsenyi2, M. E. Butzlaff2 1 2 Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Universität Witten/Herdecke, Witten Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg Schlüsselwörter Wissenstransfer Implementierung Fortbildung Informationstechnologie Chronische Erkrankungen Key words knowledge transfer implementation continuing medical education information technology chronic illness Zusammenfassung & Ein ef?zienter Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis ist eine Grundbedingung für ein modernes Gesundheitssystem. Evidenzbasierte Leitlinien versuchen Wissen zu speziellen Versorgungsproblemen zu bündeln und zu vermitteln, ?nden aber oft nicht die gewünschte Verbreitung. Etliche Barrieren für eine erfolgreiche Implementierung konnten identi?ziert werden; ebenso einige Lösungsstrategien. Beispielsweise versucht das DEGAM-Konzept die Akzeptanz von Leitlinien bei Hausärzten durch Praxistests zu erhöhen. Zukünftig sind organisationales Lernen und individuelle Lernpräferenzen stärker zu berücksichtigen. Eine Integration von neuem Wissen in den medizinischen Alltag kann gelingen, sofern sich die (Informations-)Technologie den Bedürfnissen der Versorgungsrealität anpasst. Technologische oder Versorgungsmaßnahmen sind im Sinne einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung kritisch zu evaluieren und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit zu überprüfen. Abstract & Ef?cient knowledge transfer from research into practice is a basic requirement for a modern health care system. Evidence-based guidelines seek to combine and convey knowledge of speci?c health care problems, but often their dissemination and implementation is insuf?cient. Several barriers to a successful implementation have been identi?ed, just as some solution strategies. For example, the DEGAM guideline concept tries to increase the acceptance of guidelines through practice tests with general practitioners. Organizational and individual learning preferences are important ?elds of further development. An integration of new knowledge in the daily routine of physicians could be successful, if (information) technology addresses their special needs. Technological or care measures are to be evaluated critically in terms of evidence-based health care with respect to their suitability for daily use. Peer reviewed article eingereicht: 30.01.2008 akzeptiert: 09.04.2008 Bibliogra?e DOI 10.1055/s-2008-1076718 Online-Publikation: 2008 Z Allg Med 2008; 84: 214–217 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 1433-6251 Korrespondenzadresse Dr. H. C. Vollmar, MPH Uni Witten/Herdecke Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin Alfred-Herrhausen-Str. 50 58448 Witten vollmar@uni-wh.de Kernpunkte & § Es existiert kein „Königsweg“ zur Implementierung neuen Wissens respektive von Leitlinien. Eine Evidenzbasierung stellt eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung dar; organisationales Lernen ist zukünftig stärker zu berücksichtigen. § Professionelle Fortbildung sollte auf der Basis individueller Lernpräferenzen und existierender Versorgungsde?zite erfolgen und ein positives Anreizsystem bieten. § Neue Verfahren in der Versorgung sind vor ihrer Institutionalisierung bezüglich ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich zu evaluieren. Programme und Prozesse müssen sich so in den medizinischen Alltag integrieren, dass sie eine Arbeitserleichterung darstellen. Einleitung & Der Umfang wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Medizin hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Gleichzeitig hat sich die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit durch neue Vermittlungswege wie z. B. das Internet rasch verändert. Es besteht jedoch weiterhin eine große Diskrepanz zwischen den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem, was in der täglichen Routine tatsächlich angewandt wird [1]. Eine wichtige Aufgabe für eine angestrebte Steigerung der medizinischen Versor- Vollmar HC et al. Wissenstransfer DEGAM-Serie … Z Allg Med 2008; 84: 214–217 Übersicht 215 gungsqualität insbesondere bei chronischen Erkrankungen ist heute neben den auch weiterhin essentiellen Innovationen im Bereich von neuen Versorgungsformen, Technologien und Pharmakotherapien vor allem ein ef?zienter Wissenstransfer in die Praxis [2]. Leitlinien können die Funktion übernehmen, das umfangreiche Wissen (wissenschaftliche Evidenz und Praxiserfahrung) zu speziellen Versorgungsproblemen (z. B. chronischen Erkrankungen) zu werten, zu kondensieren und in Handlungsempfehlungen zu übersetzen [3]. Sequenz der Verhaltensänderung Wissen Einstellungen Verhalten mangelnde Vertrautheitzuviel Information Mangelnde Zustimmung zu - z.B. kein inhaltliches Vertrauen generelles Misstrauen zu LL - z.B. Kochbuchmedizn mangelnde Ergebniserwartung externe Barrieren - z.B. Patientenerwartungen LL-Faktoren - z.B. Widersprüchlichkeit von LL Umgebungsfaktoren - z.B. Zeitmangel, Resourcenmangel mangelnde Leitlinien für die hausärztliche Praxis (DEGAM-Konzept) & Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin hat sich als eine der ersten Fachgesellschaften in Deutschland mit der Entwicklung von Leitlinien beschäftigt und durch ihren Zehn-Stufenplan Maßstäbe gesetzt [4]. Ziel ist die Verbesserung der Versorgungsqualität und die Erhöhung der Nutzen-Aufwands-Relation hausärztlicher Versorgung. Das DEGAM-Konzept beinhaltet eine Reihe von Merkmalen: § Die Themen werden so ausgewählt, dass ein Patientenanliegen – und nicht eine bereits veri?zierte Diagnose – zum Ausgangspunkt wird. § Die DEGAM-Leitlinien beschreiben nicht alle maximal möglichen Versorgungsoptionen, sondern eine optimale, im Einzelfall angemessene, bedarfs- und aufgabengerechte hausärztliche Grundversorgung. § Das Entwicklungskonzept beruht auf internationalen Vorbildern und sieht ein schrittweises Vorgehen vor. § Die Entwicklung der einzelnen Empfehlungen erfolgt auf der Basis gründlicher Literaturanalysen nach den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin. Soweit Studien als Belege für einzelne Empfehlungen vorliegen, werden diese in der Langfassung durch ihre Evidenzlevel kenntlich gemacht. § Eine kritische Beurteilung von Entwürfen erfolgt erstmals auf dem Wege einer Panel-Befragung von erfahrenen Allgemeinärzten aus Forschung, Lehre und Praxis. § Darüber hinaus wird in einem Praxistest bereits vor der Veröffentlichung die Praktikabilität und Akzeptanz der Leitlinien unter Alltagsbedingungen beurteilt. § Für Praxismitarbeiter/innen werden spezielle Telefon- bzw. Praxisleitfäden mit Empfehlungen erstellt, die den Aufgaben des Praxisteams gerecht werden und z. B. bei Anrufen von Patienten eine erste Vorklärung ermöglichen. § Wichtige Leitlinieninhalte werden in Form von allgemeinverständlichen Patienten-Faltblättern und individuellen Infozepten auch in die Sprache von Patienten übersetzt. § Zur Vorbereitung einer späteren Implementierung und Überprüfung von Wirkungen und Folgen werden in jeder Leitlinie detaillierte Evaluationsziele und -kriterien angegeben. In der hier angestrebten Verbindung mit einem strukturierten Qualitätsmanagement in der Praxis sind die DEGAM-Leitlinien geeignet, in unserem Gesundheitswesen als Instrumente zur Steuerung von Qualität und Aufwand zu wirken. Zur Effektivitätsmessung bieten sich zum Beispiel vorab de?nierte Qualitätsindikatoren an. Obwohl in den DEGAM-Leitlinien chronische Erkrankungen (z. B. Herzinsuf?zienz, Demenz) für die hausärztliche Versorgung aufbereitet werden, werden die Multimorbidität chronischer Patienten und eine daraus resultierende Polypharmazie noch zu wenig berücksichtigt [5]. Ein weiteres Problem ist, dass auch das mangelnde Aufnahmefähigkeit mangelnde Motivation Abb. 1 Barrieren der Leitlinien-Implementierung, modi?ziert nach Cabana et al. [10]. DEGAM-Konzept das De?zit der unzureichenden Implementierung neuen Wissens in die hausärztlichen Versorgungslandschaft (bisher) nicht hat lösen können [6]. Implementierungsforschung & „Implementierungsforschung ist die wissenschaftliche Untersuchung von Methoden, die systematisch die Übertragung aktueller Forschungsergebnisse und evidenz-basierter Praktiken in die Versorgung unterstützen, mit dem Ziel die Qualität und Effektivität des Gesundheitssystems zu verbessern“ [7]. Dass ein dringender Forschungsbedarf besteht, demonstriert ein aufwändiger und methodisch differenzierter HTA-Bericht („Health Technology Assessment“) von Grimshaw et al. [8]. Darin heißt es: „Trotz einer Vielzahl von Studien zur Fragestellung der Implementierung, haben wir weiterhin keine kohärente Evidenzbasis, mit der wir Entscheidungen über Disseminations- und Implementationswege stützen könnten“. Einige Erkenntnisse dieser Arbeit sind dennoch festzuhalten: § Unter allen Einzelmaßnahmen zeigten systematische Erinnerungshilfen und patientenzentrierte Interventionen – bei allen methodischen Einschränkungen – die größten Effekte. § Kleinere Effektgrößen wurden für Unterlagen zur Edukation sowie Audit und Feedback ermittelt. § Auch bei multiplen Interventionen, mit Edukationsbesuchen als einem Bestandteil, wurden kleinere positive Effekte gezeigt. § Im Gegensatz zu früheren Arbeiten [9], gilt nach dem vorliegenden Bericht der Satz „viel hilft viel“ nicht mehr: Eine hohe Anzahl von kombinierten Interventionen ist nicht per se Erfolg versprechender als der Einsatz einer gezielten Einzelintervention. § Die Datenbasis war für eine Aussage zur Kostenanalyse nicht ausreichend. Weiterhin wurden Faktoren beschrieben, die im Sinne von „Barrieren“ eine Leitlinienimplementierung verzögern bzw. behindern und sich weitgehend mit einer älteren Analyse decken ( Abb. 1) [8, 10]. Deutlich wird, dass die Perspektive der meisten Implementierungsstudien aus den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem auf drei zentrale Aspekte fokussierte: Auf die Ärzte, auf die Qualität von Leitlinien bzw. Erkenntnissen (z. B. evidenzbasiert) und auf die Form der Erkenntnisvermittlung (Audit und Feedback versus systematische Erinnerungshilfen usw.) [2]. Sowohl die Vollmar HC et al. Wissenstransfer DEGAM-Serie… Z Allg Med 2008; 84: 214–217 216 Übersicht Zielgruppe der Ärzte als auch das Wissensformat und die Qualität sind unbestreitbar wichtige und notwendige „Bausteine“ in einem Implementierungsprozess. Eine Vielzahl von Ein?ussfaktoren kam in den bisherigen Implementierungsstudien wenig oder gar nicht vor, z. B.: § Offenen Erfahrungsaustausch anregen § „Verbesserungsteams“ bilden § Motivation erfassen und intern vergleichen § Motivation und Einstellung zu verändern suchen (und „Resistenzen“ gegenüber Verhaltensänderungen erfassen) § Verbesserungen messen und nachvollziehen § Fortschritte durch jährliches „Benchmark“ abbilden § Teile der Versorgung an Nicht-Ärzte delegieren § Evidenzbasierte und praxisnahe Fortbildung anbieten. Diese Ansätze sind systematisch zu erforschen. Neben dem bisherigen Fokus ist insbesondere der Prozess des Lernens zukünftig stärker zu berücksichtigen. Arbeiten von Solberg et al. [11] bestätigen dies: Ein Perspektivwechsel erlaubt eine systemische Sichtweise, mit der deutlich wird, dass ein Fokus auf individuelles „Lernen“ von Ärzten notwendig ist und vor allem dann nachhaltig und erfolgreich sein kann, wenn es in „organisationales Lernen“ (darunter wird die Fähigkeit einer Organisation verstanden, Fehler zu entdecken, zu korrigieren und die organisationale Werte- und Wissensbasis so zu verändern, dass neue Problemlösungs- und Handlungskompetenzen entstehen) eingebunden ist [12]. Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) & Neben Applikationen für das lebenslange Lernen stellen IuKTechnologien die Infrastruktur bereit, mit der versorgungs- und leistungsrelevante Daten erhoben, weitergeleitet und gespeichert werden [19]. Dazu zählen z. B. EDV-Anlagen in Arztpraxen, Krankenhausinformationssysteme (KIS) und Datenbanken der Krankenkassen. Häu?g wird in diesem Zusammenhang der Begriff (Gesundheits-)Telematik verwendet [20]. Zurzeit wird gemäß Gesundheitsmodernisierungsgesetz die ?ächendeckende Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und eines Heilberufausweises vorbereitet [21]. Beide sollen einen ef?zienteren Informations?uss ermöglichen. Befürworter erwarten durch eine Modernisierung der Kommunikationsstrukturen eine Reihe von Vorteilen: Valide gesundheitsstatistische Informationen, eine Verbesserung der Versorgungsqualität, mehr Wirtschaftlichkeit und Leistungstransparenz sowie langfristig Kosteneinsparungen [22]. Neben technologischen Herausforderungen stellt die Sicherheit sensibler Patientendaten einen wesentlichen Aspekt dar. Kritiker weisen zudem auf die hohen Kosten und den knappen Zeitplan hin [22, 23]. Der 109. Ärztetag hat hierzu eine Reihe von Forderungen aufgestellt [23]: § Prozesse und Programme müssen sich so in den medizinischen Alltag integrieren, dass sie leicht bedienbar sind und eine Arbeitserleichterung darstellen. § Datenschutzrechtliche Aspekte sind adäquat zu berücksichtigen. § Die ?nanziellen und organisatorischen Aufwendungen der Ärzte sind angemessen zu vergüten. § Eine wissenschaftliche Begleitung der Einführung der eGK unter Berücksichtigung des Arzt-Patienten-Verhältnisses ist notwendig. Datenschutzrechtliche Aspekte sind beispielsweise wichtig, weil sie den Informations- und Wissenstransfer direkt beein?ussen. So hat in Deutschland die Nutzung des Internets durch Ärzte deutlich zugenommen: Repräsentative Erhebungen zeigen, dass im Zeitraum von 2001 bis 2007 die Internetnutzung bei deutschen Hausärzten von 54,2 % auf 82 % angestiegen ist [24]. Geschieht dies aus der Praxis heraus, so sind technische Vorkehrungen zu treffen, um die Patientendaten zu schützen. Hier ist also eine enge Kooperation zwischen Fachleuten der IuK-Technologien und Experten der hausärztlichen Versorgung erforderlich. Während sich die medizinische Informatik als die „Wissenschaft von der Informationsverarbeitung und der Gestaltung informationsverarbeitender Systeme in der Medizin und im Gesundheitswesen“ umfassender de?niert, kristallisiert sich mit der Primärärztlichen Informatik („primary care informatics“) eine Subgruppe heraus, die innerhalb von hausärztlichen Versorgungsstrukturen eine Schnittstellenfunktion übernimmt [19, 25]. Das große Potenzial von E-Learning als neuem Lernmedium wurde mehrfach beschrieben und es konnte gezeigt werden, dass Online-Fortbildungen zu einer Verhaltensänderung bei Ärzten führen können [26–29]. Bisher hat sich E-Learning bei deutschen Hausärzten aber nicht nachhaltig durchsetzen können [30]. Es sollte immer wieder deutlich daraufhin gewiesen werden, dass E-Learning vorhandene Lernarrangements nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt (sogenanntes „Blended-Learning“) [31, 32]. Das Internet wird zwar eher als Rechercheinstrument betrachtet; das Suchen und Finden von relevanten Informationen weist aber durchaus Lerncharakter auf und kann den Hausärztliche Fortbildung und lebenslanges Lernen & Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat De?zite in der Fortbildung von Hausärzten identi?ziert. In ihrem Positionspapier „Professionelles Lernen – ein Leben lang“ heißt es: „Aus der Sicht von Allgemeinärzten ist die derzeitige Fortbildungssituation unbefriedigend: überholte didaktische Formate, zu geringe Berücksichtigung individueller Lernbedürfnisse, zu starke Orientierung an Spezialdisziplinen und den Interessen der pharmazeutischen Industrie“ [13]. Weltweit gibt es Bemühungen, die Fortbildung von Ärzten respektive Hausärzten zu verbessern. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel aller Veränderungen der klinischen Praxis im Zusammenhang mit Schulungsmaßnahmen stehen [14]. Dabei ist ein Trend von konventionellen Schulungsveranstaltungen mit Nachweisp?icht („continuing medical education, CME“) zur professionelle Weiterentwicklung („continuing professional development, CPD”) erkennbar [15, 16]. Diese zeichnet sich unter anderem durch eine Methodenvielfalt und ein breit gefächertes Lernangebot aus, die unterschiedliche Lernpräferenzen und Lerntypen berücksichtigt. Zu den Methoden gehören eine „Bedarfsanalyse“ („needs assessment“), eine formative oder summative Überprüfung der erworbenen Kompetenzen, das Portfolio-Lernen u. a. [17, 18]. Mittlerweile wird die professionelle Weiterentwicklung selbst weiterentwickelt („knowledge translation“) und schließt Aspekte wie organisationales Lernen mit ein [16]. Postuliert wird für Primärversorger ein lebenslanger Lernprozess der durch positive Anreize (z. B. durch persönliche Weiterentwicklung, soziale Annerkennung, höhere Vergütung u. a.) gestärkt werden sollte [13, 16]. Bei den Lernangeboten haben neue Medien wie das Internet an Bedeutung gewonnen. Vollmar HC et al. Wissenstransfer DEGAM-Serie … Z Allg Med 2008; 84: 214–217 Übersicht 217 20 Grätz PG von. Vernetzte Medizin. Patienten-Empowerment und Netzinfrastrukturen in der Medizin des 21. Jahrhunderts. Hannover: Heise Zeitschriften Verlag 2004 21 Warda F, Noelle G. Telemedizin und eHealth in Deutschland: Materialien und Empfehlungen für eine nationale Telematikplattform. Köln: DIMDI 2003 22 Krüger-Brand HE. Telematik. Versorgung á la carte. Deutsches Ärzteblatt 2005; 102 (31–32): A2156–A2160 23 Dokumentation/109. Deutscher Ärztetag. Telematik. Keine Einführung einer unsicheren und nicht funktionsfähigen Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur!. Deutsches Ärzteblatt. 2006 2 2006; 103 (22): A1545–A1546 24 LA-MED Internet für Ärzte. Wie niedergelassene Ärzte (APIs) medizinische Seiten im Internet nutzen. Eine Umfrage im Rahmen der LAMED API-Studie 2007, 2007 [cited 2007 20.10.2007]; Available from: www.la-MED.de 25 Lehmann TM, Meyer zu Bexten E. Handbuch der Medizinischen Informatik. München: Hanser 2002 26 Fordis M, King JE, Ballantyne CM, Jones PH, Schneider KH, Spann SJ, et al. Comparison of the instructional ef?cacy of Internet-based CME with live interactive CME workshops: a randomized controlled trial. Jama 2005; 294 (9): 1043–1051 27 Wall TC, Huq Mian MA, Ray MN, Casebeer L, Collins BC, Kiefe CI, et al. Improving Physician Performance Through Internet-Based Interventions: Who Will Participate? Journal of medical Internet research 2005; 7 (4): 13 28 Vollmar HC, Waldmann U-M, Sönnichsen A, Schürer-Maly CC, Gensichen J. Perspektiven von E-Learning in der Allgemeinmedizin – eine Delphi-Studie unter Berücksichtung von Experten und Interessenten. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 2007; 83: 185–190 29 Ruiz J, Mintzer M, Leipzig R. The Impact of E-Learning in Medical Education. Academic Medicine 2006; 81 (3): 207–212 30 Vollmar HC, Ostermann T, Hinz A, Rieger MA, Butzlaff ME. Hausärzte, Internet und Fortbildungsmedien. Nutzung und Ef?zienzeinschätzung durch Allgemeinärzte und hausärztlich tätige Internisten im 6-JahresVergleich. Medizinische Klinik 2008, 103: In Druck 31 Vollmar HC. Implementierung webbasierter Fortbildung zur Qualitätsförderung im Gesundheitswesen [Magisterarbeit im Zusatzstudiengang „Public Health“]. Düsseldorf: Heinrich-Heine Universität 2005 32 Gensichen J, Vollmar HC, Soennichsen AC, Waldmann U-M. The opportunities and barriers to e-learning in education for primary care: a European perspective. In: Sandars J (Ed). E-Learning for GP-Educators. Oxford: Radcliffe Publishing 2006; 145–150 33 Muir Gray JA. Evidence-Based Healthcare 2 ed. New York: Churchill Livingstone 2001 schnellen Informations- und Wissenstransfer unterstützen. Die – auch vom 109. Deutschen Ärztetag – erhobene Forderung, neue Technologien und Verfahren vor ihrer Einführung in die Routineversorgung wissenschaftlich zu evaluieren, entspricht den Grundlagen einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung („evidence based healthcare“) und sollte konsequent umgesetzt werden [33]. Interessenskon?ikte: keine angegeben. Literatur 1 Bodenheimer T. The American health care system – the movement for improved quality in health care. N Engl J Med 1999; 340 (6): 488–492 2 Butzlaff M. Wissen auf dem Weg in die Praxis – zur Implementierung evidenzbasierter Leitlinien in der Medizin [Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Legendi für das Fach Gesundheitswissenschaften]. Witten: Universität Witten/Herdecke 2005 3 Ollenschläger G. Medical standards and guidelines–de?nitions and functions. Z Arztl Fortbild Qualitatssich 2004; 98 (3): 176–179 ; discussion 90–2, 214–5 4 Gerlach FM, Beyer M, Berndt M, Szecsenyi J, Abholz HH, Fischer GC. The DEGAM-concept–development, dissemination, implementation and evaluation of guidelines for general practice. Z Arztl Fortbild Qualitatssich 1999; 93 (2): 111–120 5 Boyd CM, Darer J, Boult C, Fried LP, Boult L, Wu AW. Clinical practice guidelines and quality of care for older patients with multiple comorbid diseases: implications for pay for performance. Jama 2005; 294 (6): 716–724 6 Brockmann S. Hausärztliche Leitlinien zwischen Erfahrung und „Evidence“. Düsseldorf: Omikron Publishing gmbH 2004 7 Eccles MP, Mittman BS. Welcome to Implementation Science. Implementation Science 2006 8 Grimshaw J, Thomas R, MacLennan G, et al. Effectivenness and ef?ciency of guideline dissemination and implementation strategies. Health Technol Assess 2004; 8 (6) 9 Grimshaw JM, Russell IT. Effect of clinical guidelines on medical practice: a systematic review of rigorous evaluations. Lancet 1993; 342 (8883): 1317–1322 10 Cabana MD, Rand CS, Powe NR, Wu AW, Wilson MH, Abboud PA, et al. Why don’t physicians follow clinical practice guidelines? A framework for improvement. Jama 1999; 282 (15): 1458–1465 11 Solberg LI, Brekke ML, Fazio CJ, Fowles J, Jacobsen DN, Kottke TE, et al. Lessons from experienced guideline implementers: attend to many factors and use multiple strategies. Jt Comm J Qual Improv 2000; (4): 171–188 12 Argyris C, Schön DA. Die lernende Organisation. Stuttgart: Klett-Cotta 2006 13 Donner-Banzhoff N. Professionelles Lernen – ein Leben lang. Stellungnahme zur ärztlichen Fortbildung 2001, [cited September 2001]; Available from: www.degam.de 14 Allery LA, Owen PA, Robling MR. Why general practitioners and consultants change their clinical practice: a critical incident study. BMJ 1997; 314 (7084): 870–874 15 Burrows P. Continuing professional development: ?lling the gap between learning needs and learning experience. Education for Primary Care 2003; 14: 411–413 16 Davis D, Evans M, Jadad A, Perrier L, Rath D, Ryan D, et al. The case for knowledge translation: shortening the journey from evidence to effect. BMJ 2003; 327 (7405): 33–35 17 Norman GR, Shannon SI, Marrin ML. The need for needs assessment in continuing medical education. BMJ 2004; 328 (7446): 999–1001 18 Donner-Banzhoff N. Zu neuen Ufern. Leitfaden der ärztlichen Fortbildung. Bern: Verlag Hans Huber 2005 19 Lusignan S de, Lakhani M, Chan T. The role of informatics in continuing professional development and quality improvement in primary care. J Postgrad Med 2003; 49: 163–165 Zur Person Dr. med. Horst Christian Vollmar, MPH Facharzt für Allgemeinmedizin, Medizinische Informatik, Sportmedizin Seit 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Witten/Herdecke; Leitung im BMBF-Projekt „WIDA (Wissensvermittlung zur Demenz in der Allgemeinmedizin)“. Ab 1.6.2008 Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, Projektleitung Gesundheitsforschung. Vollmar HC et al. Wissenstransfer DEGAM-Serie… Z Allg Med 2008; 84: 214–217


(Stand: 05.05.2008)

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