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Senkung des HbA1c „um jeden Preis“ gerät weiter ins Wanken

Einen weiteren Baustein in der Diskussion um das Für und Wider intensiver Blutzuckerkontrollen bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 liefert eine kürzlich veröffentliche randomisierte, jedoch nicht verblindete Studie bei 1.791 Veteranen der US-Armee. Die Teilnehmer waren um die 60 Jahre alt, hatten ihre Erkrankung seit rund 11 Jahren und waren mit einem HbA1c von 9,4 % und 40 % bereits erlittener kardiovaskulärer Komplikationen schlecht eingestellt.

Behandelt wurden Sie entweder mit Metformin und Rosiglitazon (BMI 27) oder Glimeprid plus Rosiglitazon. Die Intensivgruppe startete mit der maximalen Dosis, die „Normalgruppe“ mit der halben Dosis. Diejenigen in der Intensivgruppe, die nicht das vorgegebene Ziel HbA1c von 6 % erreichten und diejenigen in der Normalgruppe, die nicht unter 9 % kamen, wurden mit zusätzlichem Insulin behandelt. Klinischer Endpunkt war die Zeit bis zum Erreichen eines kardiovaskulären Ereignisses (bestehend u. a. aus Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder Amputation bzw. Tod an einer dieser Erkrankungen).

Nach durchschnittlich 5,6 Jahren Nachverfolgungszeit erreichten die Gruppen einen HbA1c von 6,9 % (Intensivgruppe) bzw. 8,4 % (Normalgruppe). Bezüglich des gewählten Endpunkts (aber auch mikrovaskulärer Komplikationen) ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Nun könnte man, wenn man wollte, die eine oder andere methodische Kritik üben (worauf ich an dieser Stelle verzichte und vielmehr die Lektüre der Arbeit empfehle). Tatsache bleibt, dass die Säule der Senkung des HbA1c „um jeden Preis“ weiter ins Wanken gerät.

Duckworth W. Glucose control and vascular complications in veterans with type 2 diabetes. N Engl J Med 2009; 360: 129–39

Foto: AOK-Mediendienst


(Stand: 07.06.2011)

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