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Wie werde ich Allgemeinmediziner?

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Fabian Frank

Seit der Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin in Deutschland sind vier Jahrzehnte vergangen und seit knapp 20 Jahren ist die Facharztausbildung Voraussetzung für die Niederlassung mit Kassenzulassung. Doch aus was besteht diese „Facharztausbildung“ wirklich? Die Frage lässt sich kaum beantworten, weil es innerhalb Deutschlands keinen einheitlichen Standard gibt. Zum einen legen die Landesärztekammern ihre Weiterbildungsordnungen individuell fest, zum anderen entspricht das, was in den Weiterbildungsordnungen steht, noch lange nicht der Realität der tatsächlichen Ausbildung. Vielerorts muss der angehende Allgemeinmediziner sich nach wie vor die Stellen für die vorgeschriebenen Ausbildungsabschnitte selbst zusammensuchen. Ob dann in der Einrichtung, in der er tätig wird, wirklich zielgerichtete Ausbildung stattfindet, oder ob der Weiterbildungsassistent sich mehr oder weniger selbst überlassen ist, und der Zufall bestimmt, was er weitgehend autodidaktisch lernt, ist ungewiss. Zudem werden in den Kliniken – wenn überhaupt – jeweils fachspezifische Inhalte vermittelt, ohne dass ein Bezug zur Allgemeinmedizin und zur spezifisch allgemeinmedizinischen Sichtweise hergestellt wird. Es gibt daher seit längerem Bestrebungen in der DEGAM, in den Hausärzteverbänden und in den Hochschulen, die allgemeinmedizinische Ausbildung besser zu strukturieren und zu optimieren. So wurde unter Führung des Heidelberger Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin ein kompetenzbasiertes Curriculum Allgemeinmedizin entworfen, das die wesentlichen Kompetenzen beinhaltet, über die ein Allgemeinarzt verfügen sollte.

In Bremen wird ein solches Curriculum nun als „Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin“ in die Tat umgesetzt und wir sind gespannt auf die ersten Erfahrungen. Eine besondere Herausforderung wird es sein, den klinischen Teil der Ausbildung durch allgemeinmedizinische Inhalte und Bezug zur Allgemeinmedizin zu füllen, ist doch die Arbeitsweise in den Kliniken ganz anders als im hausärztlichen Setting. Ein nicht unähnliches Projekt wird gerade in Salzburg auf den Weg gebracht – unter deutlich schwierigeren Bedingungen, da in Österreich nach wie vor keine Facharztausbildung für Allgemeinmedizin etabliert ist. Auch hier haben sich die Allgemeinmediziner – unter anderem aus Sorge um ihren Nachwuchs – zusammengetan, um die Ausbildung im Rahmen der strukturellen Möglichkeiten zu verbessern. Der Blick der Salzburger richtete sich dabei nach Südtirol, wo eine gut durchstrukturierte allgemeinmedizinische Ausbildung mit allgemeinmedizinischem Begleitseminar während der klinischen Abschnitte schon seit längerem Wirklichkeit ist. Aber lesen Sie selbst, was sich so tut im Bereich der allgemeinmedizinischen Aus- und Weiterbildung zwischen Nordsee und Alpen!

Ihr Andreas Sönnichsen


(Stand: 15.05.2012)

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