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Sektionstreffen Forschung in Heidelberg am 29.1.2014: Standortbestimmung, Ziele und Aufgaben

DOI: 10.3238/zfa.2014.0211-0212

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Stefanie Joos, Antonius Schneider

Wie angekündigt [1] hat sich die Sektion Forschung Anfang des Jahres in Heidelberg getroffen. Ziel des Treffens war es, eine Basis zu schaffen, um zukünftig eine transparentere und aktivere Umsetzung der Sektionsarbeit zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte eine erste Konzeption von Forschungskursen entwickelt werden.

Auf Ankündigung in der ZFA – Zeitschrift für Allgemeinmedizin und im Newsletter der DEGAM meldeten sich sieben interessierte Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Standorten in Deutschland für das Treffen an. In einem offenen Brainstorming wurden die in Tabelle 1 aufgeführten Ziele und Aufgaben von den Teilnehmern inklusive der beiden Sektionssprecher formuliert.

Bezüglich des Punktes „Inhaltliche Schwerpunkte setzen“ wurde die Gruppe gleich aktiv und diskutierte das bereits vorliegende Konzept für ein Positionspapier Versorgungsforschung. Die wesentlichen Diskussionspunkte wurden ins Papier eingearbeitet, das unter www.degam.de/positionspapiere.html bereits veröffentlicht ist.

Im Vorfeld des Treffens wurde eine webbasierte Umfrage durchgeführt, um in Erfahrung zu bringen, ob bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der deutschen Institute/Abteilungen für Allgemeinmedizin die Notwendigkeit der Etablierung von Forschungskursen gesehen wird. Erfreulicherweise nahmen n = 108 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Umfrage teil. 73 (67,7 %) waren ärztlich ausgebildet, 14 (13,0 %) davon Ärzte in Weiterbildung – durchschnittlich im 3. Jahr der Weiterbildung, 46 (51,9 %) waren bereits Fachärzt/-innen. Durchschnittlich arbeiten die Teilnehmer bereits 5,4 Jahre in der Forschung (Standardabweichung SD 5,4 Jahre), 25 (23,1 %) hatten eine leitende Position, 62 (57,4 %) waren nicht in leitender Position tätig. Insgesamt hielten 88 % der Teilnehmer die Durchführung von Forschungskursen für sinnvoll (s Tab. 2).

Das Ergebnis zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an einem Forschungskurs Interesse hätte. Damit ist das in früheren Diskussionen oftmals vorgebrachte Argument, dass viele Angebote bereits lokal vorhanden sind und daher nicht noch zusätzlich etabliert werden müssten, entkräftet. Teilnehmer in leitender Position zeigten das gleiche Antwortverhalten wie die wissenschaftlichen Mitarbeiter (p = 0,870 im Chi-Quadrat-Test). 63,8 % plädierten für Kurse an wechselnden Standorten, in der Mehrheit wurde eher für kürzere Schulungseinheiten und gegen mehrtätige Kompaktkurse gestimmt. Spannend war, dass 76 % der Teilnehmer der Meinung waren, dass der Forschungskurs auch Soft Skills wie Medical Writing und Präsentationstechniken beinhalten sollte. 79 (73,1 %) hielten es für möglich, dass der Kurs von Ihrer Abteilung finanziert werden könnte, 15 (13,9 %) waren sich sicher – wobei die Kosten im Durchschnitt € 160.- (SD 232) nicht überschreiten sollten. 40 (37,0 %) waren der Meinung, der Kurs solle für Anfänger entwickelt werden, 36 (33,3 %) wollten fortgeschrittene Kurse, 32 (29,6 %) waren ambivalent („weiß nicht“). Unter Berücksichtigung der Limitation der Umfrage (unklare Nonresponderrate, ggf. Selektionsbias; ungeklärte Frage, ob diejenigen, die eine Notwendigkeit sehen, auch wirklich kommen würden) kam Steffi dennoch zur Schlussfolgerung „Toni, jetzt kommst Du nicht drum rum“.

Als Konsequenz bieten Klaus Linde und Antonius Schneider nun einen ersten Basiskurs Forschung in München am 12./13.12.2014 an. In diesem Kurs möchten wir einen Überblick zu verschiedenen Studientypen und zu den Grundprinzipien der statistischen Analyse geben. Ein genaues Programm wird in Kürze unter www.am.med.tum.de ins Internet gestellt. Über eine rege Teilnahme würden wir uns sehr freuen. Bitte melden Sie sich bis zum 31.07.2014 im Institut für Allgemeinmedizin der Technischen Universität München an (allgemeinmedizin@tum.de). Im Anschluss an den Basiskurs bieten wir Kurse an wechselnden Standorten an, unter anderem zu Themen wie Systematic Reviews, Durchführung von clusterrandomisierten kontrollierten Studien, Qualitative Forschung, Medical Writing und viele andere mehr. Als Kursgebühr werden wir € 160.- erheben, in der Hoffnung, dass wir damit die entsprechenden Kosten decken können.

Das nächste Sektionstreffen wird auf dem DEGAM-Kongress stattfinden. Schon jetzt möchten wir alle Interessierte herzlich dazu einladen.

Danksagung: Wie bedanken uns bei den Teilnehmern der Umfrage – und ganz besonders herzlich bei den Teilnehmern unseres Sektionstreffens Forschung, namentlich: Norbert Donner-Banzhoff, Michael Freitag, Corina Güthlin, Ulrike Junius-Walker, Karola Mergenthal, Berthold Musselmann, Frank Peters-Klimm.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antonius Schneider

Institut für Allgemeinmedizin

Klinikum rechts der Isar

Technische Universität München

Orleansstraße 47

81667 München

antonius.schneider@lrz.tum.de

Literatur

1. Schneider A, Joos S. Sektionstreffen Forschung 2013 in München: Wo wollen wir hin? Z Allg Med 2014; 89: 459–460

Abbildungen:

Tabelle 1 Ziele und Aufgaben der Sektionsarbeit

Tabelle 2 Haltung zu DEGAM-Forschungskursen

1 Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München

2 Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg

DOI 10.3238/zfa.2014.0211–0212


(Stand: 12.05.2015)

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