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Metoclopramid: Neue Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde (EMA)

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Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat (anhand eines Reviews publizierter Studien, Metaanalysen und Nebenwirkungsberichten) das Nutzen-Schaden-Verhältnis von Metoclopramid (MCP) neu überprüft. Dabei wurden insbesondere extrapyramidale Symptome betrachtet (akut: Muskelspasmen z.B. im Kopf- und Halsbereich – oft bei Kindern; nach längerer Anwendung: Tardive Dyskinesien = unkontrollierbare Zuckungen und Grimassen – meist bei Älteren).

Die wichtigsten Beschlüsse bzw. Empfehlungen der EMA für Erwachsene:

  • Metoclopramid sollte nur noch für maximal fünf Tage verordnet werden, um das Risiko neurologischer und anderer Nebenwirkungen zu minimieren.
  • MCP sollte bei chronischen Erkrankungen wie z.B. Gastroparese, Dyspepsie oder gastroösophagealer Refluxkrankheit bzw. als ergänzende Therapie bei chirurgischen oder radiologischen Prozeduren grundsätzlich nicht mehr gegeben werden.

Unverändert bleiben die folgenden Indikationen bei Erwachsenen:

  • zur Prävention von postoperativer Übelkeit/Erbrechen und verzögerter (aber nicht akuter) Übelkeit nach Chemotherapie sowie
  • zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit/Erbrechen im Rahmen eines akuten Migräneanfalls (verbessert insbesondere die Resorption von oralen Analgetika).

Weitere Empfehlungen und Beschlüsse

  • Lösungen mit mehr als 1 mg/ml, intravenöse Applikationsformen mit einer Konzentration über 5 mg/ml und Suppositorien mit 20 mg werden vom Markt genommen.
  • Die tägliche Maximaldosis beträgt für Erwachsene 0,5 mg/kg Körpergewicht, die übliche Tagesdosis für alle Applikationen 3x10 mg ( 10 mg ED bringt keine bessere Wirkung).
  • Die intravenöse Applikation sollte zur Verminderung der seltenen kardiovaskulären Nebenwirkungen (Hypotension, Schock, Synkope, Bradykardie, AV-Block, Herzstillstand) nur als langsame Injektion über mindestens 3 Minuten erfolgen. Besondere Vorsicht mit intervenöser Gabe ist bei älteren Personen, Patienten mit Herzrhythmusstörungen und/oder Elektrolytstörungen und bei Einnahme QT-verlängernder Medikamente angezeigt.
  • Bei Patienten, die auf MCP eingestellt sind, sollte die Medikation bei der nächsten Routinekontrolle (also nicht sofort/überstürzt) überprüft werden.

Den vollständigen Text können Sie unter tinyurl.com/nwox3d9 einsehen (dort stehen auch die Empfehlungen für Kinder, bei denen extrapyramidale Nebenwirkungen bis zu sechsmal häufiger auftreten als bei Erwachsenen).

Abbildung: wikipedia/Jü


(Stand: 12.05.2015)

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