Loading...

ZFA-Logo

Heute am JADE-Stammtisch oder: Wer ist eigentlich das „Petermännchen“?

PDF

Christina Hammerbacher

Unser lieber Kollege ist noch leicht blass um die Nase, als er uns heute von einem interessanten Fall berichtet – seinem eigenen.

Arglos war er als entspannter Urlauber barfuß am Strand einer griechischen Bucht flaniert, als ihn plötzlich ein massiver Schmerz von Fuß bis Kopf durchzuckte. Die Ursache war nicht auszumachen. Vor Schmerz zu Boden gegangen, erkannte „der Arzt im Patient“ einen Einstich an seiner Fußsohle. Was war geschehen? Ein Seeigel? Eine Harpunenspitze? Eine Glasscherbe? Doch nichts von alledem war zu sehen, harmlos – und leider auch menschenleer – lag der Strand vor ihm. Einzig der Besitzer einer verwaisten Imbissbude war als potenzieller Helfer am Horizont auszumachen. Humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht erreichte er mit letzter Kraft den Imbiss, wo ihm der ungerührte Grieche mitteilte, es könne sich hier nur um den Stich eines Petermännchens handeln. Aha ... Zunehmend beunruhigt, mit merklich anschwellendem Fuß und aufsteigendem Taubheitsgefühl, musste er noch lange ausharren, bevor er endlich in das rettende Hotel zurückkehren konnte.

Der dort unverzüglich konsultierte Dr. Google erklärte ihm kompetent, dass es sich beim Petermännchen um einen von Europas gefährlichsten Giftfischen handelt, der sich gerne strandnah im Sand eingräbt, dessen Stich allerdings nur in seltenen Fällen tödlich verläuft.

Nur bedingt beruhigt und weiterhin schmerzgeplagt, wurde nun die Reiseapotheke geplündert. Doch weder Schmerzmittel, Antihistaminika noch der obligatorische Kortisonstoß brachten die gewünschte Linderung. Der therapeutische Durchbruch gelang nach einer weiteren Internetrecherche auf doch eher unkonventionelle Weise – mit dem Föhn. Durch hingebungsvolles Fußföhnen, welches angeblich die Giftproteine denaturieren solle, ließ der Schmerz langsam nach. Auch die Nachwehen wie das noch länger anhaltende Taubheitsgefühl sind inzwischen abgeklungen. Am heutigen Stammtisch konnte er schon fast wieder über sein Missgeschick lachen.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Johanna Eras

Großweidenmühlstraße 29

90419 Nürnberg

Tel: 0911 25509880

j_eras@web.de

Niedergelassene Allgemeinmedizinerinnen in Nürnberg


(Stand: 12.05.2015)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.