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3 Fragen an ...Dr. Jana Husemann,Vorstand für Junge Fachärzte bei der JADE

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1. Die JADE hat mittlerweile über 1.000 Mitglieder. Wie erklären Sie sich den stetig wachsenden Zuspruch junger Kolleginnen und Kollegen?

In der Praxis steht man als Ärztin in Weiterbildung plötzlich alleine da, es gibt nicht mehr den steten Austausch unter den Assistenzärzten wie im Krankenhaus. Da ist es durchaus hilfreich und entlastend, sich mit Menschen auszutauschen, die in der gleichen Situation sind oder waren. Es gibt zwar auch immer mehr regionale Netzwerktreffen über ganz Deutschland verteilt; manchmal ist noch ein zusätzlicher Termin aber organisatorisch nicht zu schaffen oder man wohnt in einer Region ohne Stammtisch (das soll es auch noch geben). Durch die JADE hat man dann zumindest über das JADE-Forum virtuelle Unterstützung.

2. Die JADE zeichnet sich durch ein sehr gutes Netzwerk aus. Welche Vorteile haben die Mitglieder dadurch?

Im JADE-Forum findet ein reger Austausch über die KV-Grenzen hinweg statt, sowohl zu medizinischen und organisatorischen als auch zu berufspolitischen Themen. Unter jungen Allgemeinmedizinern ist die Hemmschwelle niedriger, Fragen zu stellen, als beispielsweise im örtlichen Qualitätszirkel, in dem vor allem Hausärzte mit langjähriger Berufserfahrung sitzen. Neben den fünf Vorständen wird auch jeweils eine Person zur DEGAM- bzw. HÄV-Kontaktperson gewählt. Durch diesen engen Kontakt werden die JADE-Mitglieder auch mit der Arbeit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft und des Berufsverbandes vertraut.

Zudem hat man als registriertes Mitglied Zugang zu den „JADE-approved“-Weiterbildungsstellen (Weiterbildungsstellen, die bereits durch ein JADE-Mitglied besetzt waren und für gut befunden wurden) und der Prüfungsprotokoll-Sammlung.

Schließlich sind auch das jährliche überregionale Treffen und der JADE-Workshop während des DEGAM-Kongresses besondere Highlights. Es macht Spaß die virtuellen Bekannten persönlich kennenzulernen. Regelmäßig werden auch internationale Austauschmöglichkeiten z.B. im Rahmen des Vasco da Gama Movements angeboten.

Die JADE lebt von der Mitarbeit ihrer Mitglieder. Trotzdem kann jeder entscheiden, ob man lieber ein stiller Mitleser bleiben möchte, der von den Beiträgen der anderen profitiert, oder ob man Lust am mitdiskutieren und mitgestalten hat.

3. Was sagen Sie interessierten Studierenden, warum sich eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin lohnt?

Die Allgemeinmedizin ist die Königsdisziplin der Fachgebiete. Bei der Hausärztin laufen alle Fäden aus den spezialisierten Fachgebieten zusammen. Sie ist die erste Ansprechpartnerin und Vertraute der Patienten, oft über viele Jahre hinweg. Wenn man das mag, ist der Beruf Hausärztin ungemein befriedigend.

Die Allgemeinmedizin hat mit der DEGAM eine Fachgesellschaft, auf die man stolz sein kann. Meines Wissens nimmt keine andere Fachgesellschaft Transparenz und Integrität so ernst wie die DEGAM und leistet dabei wissenschaftlich hochkarätige Arbeit.

Die Allgemeinmedizin bietet zudem die Möglichkeit der Niederlassung, was bedeutet, als eigene Chefin in der Lage zu sein, die Medizin zu betreiben, hinter der man auch steht. In gut funktionierenden Gemeinschaftspraxen ist eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie gut möglich und man kann trotzdem, auch dank der HzV, gut davon leben.

Abbildungen:

Dr. med. Jana Husemann


(Stand: 17.05.2016)

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