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Abholz H-H, Egidi G, Rüter G für die Arbeitsgruppe „Praxisstudie Schlechte Einstellung“. Der Umgang mit „schlecht eingestellten“ Patienten mit Typ-2-Diabetes. Z Allg Med 2016; 92: 109–115

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Leserbrief von Dr. Armin Mainz

Erfreulich, dass diese Beobachtungsstudie über die hausärztliche Versorgung von Diabetikern in der ZFA veröffentlicht wurde – mein Dank an die Beteiligten. Ebenso erfreulich, dass das Aushandeln „individueller Therapieziele“ als ein leitliniengerechtes Vorgehen erwähnt wird. Unerfreulich ist, dass sich der Begriff „schlecht eingestellter“ Patient wie ein roter Faden durch den Artikel zieht, kaum hinterfragt und verallgemeinernd benutzt wird. Hilfreich wäre es stattdessen gewesen, analog zu dem DEGAM- und AkdÄ-Votum in der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“, zumindest nach Altersklassen zu differenzieren. Symptomfreiheit vorausgesetzt, gäbe es dann wenigstens bei über 70-Jährigen keine Schuldzuweisungen mehr, keine unnötigen Therapien und keine lebenseinschränkenden Ratschläge.

Ergänzend sei berichtet, dass dank der o.g. Leitlinienempfehlung erreicht werden konnte, dass in Hessen zukünftig beim DMP-Indikator „HbA1c-Wert“ die Gruppe der über 70-Jährigen separat ausgewiesen werden wird.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Armin Mainz

Hausarzt

Am Berndorfer Tor 5

34497 Korbach

dialog@praxis-korbach.de

Antwort von

Prof. Dr. Heinz-Harald Abholz, Dr. Günther Egidi, Dr. Gernot Rüter

Grundsätzlich ist Dr. Mainz in allen Punkten zuzustimmen. Gründe, warum wir dennoch diesen Begriff in dieser „Übersetzung“ eines HbA1c- Wertes weiter benutzt haben, waren: Wir haben mit der HbA1c -Grenze 9,0 % einen Wert gewählt der a) bei vielen Betroffenen zu Symptomen führt und b) der zu einer relevanten Zunahme von Diabetes-Folgen führen dürfte. Zudem aber haben wir noch gesondert Patienten mit HbA1c- Werten 10,0 % als Untergruppe untersucht – was immerhin die Hälfte der Patienten betraf. Bei einem solchen Wert ist dann mit großer Wahrscheinlichkeit von Diabetes-Symptomen auszugehen. Mit anderen Worten, wir meinen, dass „schlecht eingestellt“ hier auch etwas festhielt, was die Patienten in ihrer Lebensqualität betraf oder, über die Zeit, betreffen würde.

Eine weitere Aufteilung der bereits unterteilten Gruppe nach Alter hätte die Gruppen so klein werden lassen, dass die Ergebnisse der Auswertung weitgehend dem Zufall ausgeliefert worden wären.

Dass „schlecht eingestellt“ noch viel komplexer gesehen werden sollte – also weitere medizinische und psychologische Ebenen einschließen müsste – ist uns klar. Nur lässt sich das nicht mehr mit so kleinen Kollektiven quantifizierend auswerten.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz

Institut für Allgemeinmedizin (Emeritus)

Heinrich-Heine-Universität

Moorenstraße 5

40225 Düsseldorf

abholz@med.uni-duesseldorf.de


(Stand: 17.05.2016)

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