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Zeitaufwand für ICD-Diagnosekodierungen

DOI: 10.3238/zfa.2018.0209-0213

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Christoph Claus, Thomas Kühlein, Uwe Popert

Schlüsselwörter: ICD-Kodierung ICPC-2 Kodierrichtlinie Morbiditätsrisiko-Strukturausgleich Zeitaufwand


Zeitbedarf für die Kodierung ohne und mit AKR sowie mit CodA. AKR = Ambulante Kodierrichtlinie; CodA = Papierliste
Morbi-RSA-Zahlungen/Monat. AKR = Ambulante Kodierrichtlinie; CodA = Papierliste

Hintergrund: Die Einführung der für das Jahr 2011 geplanten Ambulanten Kodierrichtlinie (AKR) ist bislang nicht erfolgt. Jetzt wird sie von Krankenkassen und Bundesversicherungsamt erneut gefordert, um die Kodierqualität zu verbessern und das Geld des Morbiditätsrisiko-Strukturausgleichs (Morbi-RSA) gerechter verteilen zu können. Wie viel Zeit benötigt die Kodierung nach den Vorgaben der AKR im Vergleich zu anderen Kodierweisen?

Methoden: In einem bundesweiten Email-Diskussionsforum von Hausärzten wurden 32 Teilnehmer rekrutiert. Sie haben im Dezember 2010 mittels eines Fragebogens und einer Stoppuhr gemessen, wie viel Zeit sie für die Kodierung von neun typischen chronischen Erkrankungen mittels der International Classification of Diseases (ICD) unter Nutzung von drei Methoden benötigen: 1. wie bisher, 2. mit einer die Systematik der International Classification of Primary Care (ICPC-2) verwendenden und dem Fragebogen beigefügten Papierliste (CodA) oder 3. computerunterstützt mit aktivierter AKR. Geprüft wurde zudem, welche Auswirkungen die Art der Kodiermethode auf die Wahl des Kodes und damit den Morbi-RSA hätte.

Ergebnisse: Die Kodierung von Diagnosen mit der AKR-Methode dauerte eine Minute je Kode und damit dreimal so lang wie die beiden anderen. Papierliste (CodA) und bisher übliches Vorgehen unterschieden sich nicht signifikant. Die Treffsicherheit der Kodierung war in medizinischer Hinsicht mit allen drei Methoden annähernd gleich. Keine davon erreichte jedoch den optimalen Geldwert im Morbi-RSA (bisherige Methode –47 %, Papierliste –27 % und AKR –14 %).

Schlussfolgerungen: Dem höheren Zeitaufwand, mit dem eine detaillierte Kodierung von Diagnosen mit der ICD-10 GM 2011 mit AKR verbunden ist, steht nur eine geringe Verbesserung der Kodierqualität gegenüber.

1 Facharzt für Allgemeinmedizin, Grebenstein 2 Facharzt für Allgemeinmedizin, Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen 3 Facharzt für Allgemeinmedizin, Kassel Peer reviewed article eingereicht: 29.01.2018, akzeptiert: 07.04.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0209–0213

Hintergrund

Ärzte in Deutschland sind verpflichtet, Diagnosen mit der ICD (International Classification of Diseases) zu kodieren. Diese Kodierung ist zeitaufwendig, ein Nachteil, der durch Fachgebiets-Thesauren und...


(Stand: 14.05.2018)

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