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Dokumentation in der Hausarztpraxis – eine qualitative Studie

DOI: 10.3238/zfa.2018.0223-0228

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Maria Richter, Steffen Fleßa, Jean-François Chenot, Gesine Weckmann, Annekathrin Haase

Schlüsselwörter: Dokumentation Hausarzt Praxisverwaltungssoftware qualitative Studie

Hintergrund: Die Dokumentation ist eine wichtige Aufgabe und Pflicht im hausärztlichen Praxisalltag. Dabei werden besondere Ansprüche durch gesetzliche Vorgaben sowie wachsende Qualitätsanforderungen an die Hausärzte gestellt. Bisher wurde die Dokumentation in deutschen Hausarztpraxen wenig untersucht. Ziel der Studie war eine Erfassung der Struktur und des Umfangs der Dokumentation in der Hausarztpraxis sowie der Motivation bzw. der Barrieren für sachgerechte Dokumentation.

Methoden: Es wurde eine qualitative Studie auf Basis von Experteninterviews mit 25 Hausärzten mit Sitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald durchgeführt. Die Interviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse: Die Dokumentation wurde vor allem mit der eigenen Nachvollziehbarkeit begründet. Nur wenige Hausärzte betonten die Vermeidung von Doppeluntersuchungen und die Pflichterfüllung als Grund der Dokumentation. Als Barrieren wurden Zeitmangel und hohe rechtliche Anforderungen benannt, die aber im Konkreten nur wenig bekannt waren. Bezüglich Struktur und Umfang der Dokumentation bestanden Unsicherheit und Ängste, insbesondere im Hinblick auf den Vorwurf eines Behandlungsfehlers. Technische Barrieren und komplexe Patientenfälle sind zusätzliche Herausforderungen. Bei der Aufklärung wurde die Dokumentation als unzureichend eingeschätzt. Sensible Patiententhemen werden oft nicht dokumentiert, was mit einem geringen Vertrauensverhältnis innerhalb des Praxisteams und dem Patientenschutz begründet wurde.

Schlussfolgerungen: Es besteht eine Missstimmung bei der Dokumentation. Bei einer gefühlt zu hohen Belastung durch die Dokumentation im Verhältnis zu den Gesamtanforderungen wurde diese als weniger wichtige Aufgabe empfunden, aber grundsätzlich akzeptiert. Bessere Strukturvorgaben und Handlungsempfehlungen für eine ordnungsgemäße und praxistaugliche Dokumentation sowie einschlägige Angebote in der Fort- und Weiterbildung werden benötigt.

1 AMEOS Klinika Anklam Pasewalk Ueckermünde 2 Universitätsmedizin Greifswald Peer-reviewed article eingereicht: 20.02.2018, akzeptiert: 03.04.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0223–0228

Hintergrund

Die Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil im Praxisalltag von Hausärzten. Neben der Gedächtnisstütze, der Kommunikation in der Praxis und zur Strukturierung der Arbeitsweise dient sie der Rechenschaftslegung gegenüber Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung, sowie der Beweisführung in...


(Stand: 14.05.2018)

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