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Hausärztliche Sicht der Versorgung von Patienten mit mentaler Beeinträchtigung in der Steiermark

DOI: 10.3238/zfa.2018.0214-0218

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Maria Troger, Muna Abuzahra, Kerstin Wratschko, Kristian Kristoferitsch, Andrea Siebenhofer

Schlüsselwörter: Familien- und Allgemeinmedizin Primärversorgung Steiermark mentale Beeinträchtigung


Teilnahme an Aus-, Weiter- und Fortbildung zur Thematik: Patienten mit mentaler Beeinträchtigung (Turnus ist die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin in Österreich)
Wie schätzten Hausärzte ihre Kommunikation bzw. ihren Umgang mit Patienten mit mentaler Beeinträchtigung ein?

Hintergrund: Mit der medizinischen Betreuung von Patienten mit mentalen Beeinträchtigung geht eine wichtige Verantwortung für Hausärzte einher. In diesem Artikel soll die Versorgungssituation von Patienten mit einer angeborenen oder früh erworbenen mentalen Beeinträchtigung aus Sicht von Hausärzten näher beleuchtet werden.

Methoden: Mithilfe eines selbstentwickelten Fragebogens nahmen im Rahmen einer Querschnittsstudie niedergelassene Hausärzte aus der Steiermark an der Befragung teil.

Ergebnisse: 43 Hausärzte nahmen an der Fragebogenerhebung teil. Es fühlten sich alle Hausärzte in medizinischen Fragestellungen als primäre Ansprechpersonen für Patienten mit einer mentalen Beeinträchtigung oder deren Angehörige. Der Großteil der befragten Hausärzte (84 %) behandelte bis zu 20 Patienten mit einer angeborenen oder früh erworbenen mentalen Beeinträchtigung pro Quartal. 58 % der Hausärzte gaben an, dass der Betreuungsaufwand für diese Patienten erhöht sei. Aus-, Weiter- und Fortbildungen zum Thema „Umgang mit Patienten mit mentaler Beeinträchtigung“ waren während ihres Studiums/Turnus und der praktizierenden Zeit als Hausarzt nur eingeschränkt vorhanden. Der Großteil der Hausärzte gab an, sich in der Kommunikation und im Umgang mit Patienten mit mentaler Beeinträchtigung wohl zu fühlen.

Schlussfolgerungen: Mit dieser Studie konnte erstmals ein Einblick in die hausärztliche Versorgungssituation von Patienten mit mentaler Beeinträchtigung durch steirische Allgemeinärzte gewonnen werden. Die geringe Anzahl an Hausärzten, die während ihrer Aus- oder Fortbildung Erfahrungen in der Betreuung von Patienten mit mentaler Beeinträchtigung gesammelt haben, ist allerdings ernüchternd.

1 Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung, Medizinische Universität Graz, Österreich 2 Hausarzt in St. Lorenzen am Wechsel, Österreich 3 Institut für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland Peer reviewed article eingereicht: 07.03.2018, akzeptiert: 16.04.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0214–0218

Hintergrund

Laut WHO beträgt der Anteil an Menschen mit einer mentalen Beeinträchtigung etwa 1–3 % der Bevölkerung [1]. Hausärzte nehmen bei...


(Stand: 14.05.2018)

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