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Der Hausarzt als Koordinator im Notfallsystem

DOI: 10.3238/zfa.2019.0203-0207

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Christina Adamczyk, Markus Huber, Christian Engelbrecht, Lena Kowalski, Linda Sanftenberg, Jörg Schelling, Oliver Abbushi

Schlüsselwörter: Bereitschaftspraxis Hausarzt Notaufnahme Notfallpatienten

Hintergrund: Aktuell gibt es landesweite Diskussionen über ein erhöhtes Aufkommen von Notfallpatienten in deutschen Notaufnahmen. Welche Rolle im Einzelnen der Hausarzt dabei spielen kann, steht im Mittelpunkt von Forschungsfragen. Ziel dieser Studie war es, den Effekt einer engen Hausarztanbindung in Bezug auf die Behandlungsrelevanz und Einweisungshäufigkeit in die Notaufnahmen zu analysieren. Zudem sollte die Rolle der Bereitschaftspraxen in Bezug auf die Hausarztanbindung und der Behandlungsrelevanz betrachtet werden.

Methoden: Mithilfe eines anonymisierten Fragenbogens wurden soziodemografische Daten, das Vorhandensein eines festen Hausarztes, die Art der Vorstellung sowie die Behandlungsrelevanz und Einweisungsrate durch den Hausarzt erhoben. Die Patienten wurden in acht internistischen Notaufnahmen und vier Bereitschaftspraxen in Bayern persönlich befragt.

Ergebnisse: Von insgesamt 1911 befragten Patienten hatten 91 % einen festen Hausarzt. 47 % der befragten Patienten in den Notaufnahmen waren von Hausärzten/Spezialisten eingewiesen worden, 53 % waren Selbstvorsteller oder wurden über den Rettungsdienst vorgestellt. In der Bereitschaftspraxis waren 93 % Selbstvorsteller, 6 % Hausarztzuweisungen und 1 % Überweisungen aus Notaufnahmen. Die Behandlungsrelevanz lag durchschnittlich in den Notaufnahmen bei 70 % und in den Bereitschaftspraxen bei 81 %.

Schlussfolgerungen: Der Hausarzt spielt in der Versorgung von Notfallpatienten eine wichtige Rolle und kann gerade in Bezug auf die Gruppe der Selbstvorsteller einen wichtigen Beitrag durch Vorselektion und Steuerung der Patienten zur Entlastung der Notaufnahmen leisten. Bereitschaftspraxen behandeln effektiv Notfallpatienten ohne lebensbedrohliche Diagnosen und entlasten somit die Notaufnahmen.

1 Institut für Allgemeinmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München 2 Innere Medizin am Klinikum Neuperlach 3 Facharztpraxis für Allgemeinmedizin, Deisenhofen *Christina Adamzcyk und Markus Huber teilen sich die Erstautorenschaft. Peer reviewed article eingereicht: 26.10.2018, akzeptiert: 07.12.2019 DOI 10.3238/zfa.2019.0203–0207

Hintergrund

Das regional zunehmende Patientenaufkommen in den Notaufnahmen in Deutschland gibt Anlass zur Diskussion in der ambulanten Versorgungsstruktur und an...


(Stand: 14.05.2019)

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