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Bewerten der Symptomlast von COPD-Patienten in der Praxis

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Thomas Hausen

Schlüsselwörter: COPD Lungenfunktion Symptome Therapie mMRC

Hintergrund: Bei der COPD adaptieren wir die Behandlung im Gegensatz zum Asthma nicht an Ergebnisse quantitativer Messungen, sondern an die Symptome und die Zahl stattgefundener Exazerbationen. Zur Messung der Symptomatologie wird der COPD-Assessment-Test (CAT) oder der COPD Control Questionaire (CCQ) favorisiert, alternativ der Modified British Medical Research Council (mMRC), der nur eine Graduierung der Dyspnoe vornimmt. Letzterer kann schnell und ohne großen Aufwand verwendet werden. Die vorliegende Studie untersucht, wie sich der mMRC und die FEV1 in der täglichen Praxisarbeitverhalten bzw. bewähren.

Methoden: 2017 wurden in 1914 deutschen Praxen bei maximal 15 Patienten pro Praxis Geschlecht, Alter, Grund für den Praxisbesuch, Morgenmedikation (ja/nein), der Grad der Dyspnoe (mMRC) und die FEV1 ermittelt.

Ergebnisse: 26.230 Patienten (52 % männlich, 2 % ohne Angabe) konnten eingeschlossen werden. Der Hauptgrund für den Praxisbesuch war ein Folgerezept (57 %) oder Beschwerden (49 %), wobei auch beide Gründe angegeben werden konnten. Die Morgenmedikation war bei 78 % erfolgt, von denen 45 % wegen Beschwerden und/oder 62 % wegen Folgerezept die Praxis aufgesucht hatten. Bei 20 % ohne Morgenmedikation lag die Motivation für den Praxisbesuch bei 61 % in Beschwerden und/oder bei 39 % im Folgerezept, 2 % kamen ohne Angabe. Patienten ohne Morgenmedikation waren eher jünger, hatten leichtere Atemflusslimitierung und suchten die Praxis etwas häufiger wegen Beschwerden auf als ältere Patienten mit Morgenmedikation und stärkerer Atemflusslimitierung. Im mMRC nahm der Anteil der Patienten mit Zunahme der Luftnot ab. Die meisten Patienten hatten eine mittlere Atemflusslimitierung (24 % leicht, 23 % schwer und 5 % sehr schwer). FEV1 und mMRC zeigten eine sehr gute Korrelation (Korrelationskoeffizient nach Spearman = 0,59).

Schlussfolgerungen: So lange wir über keine quantitative Möglichkeit zur Therapiebeurteilung verfügen, sollte der Methode der Vorzug gegeben werden, die leicht in der Praxis verwendet werden kann und deswegen akzeptiert und genutzt wird. Der mMRC zeigte eine gute Korrelation mit der FEV1 und kann im täglichen Praxisleben einfach und schnell bei gutem Resultat eingesetzt werden.

Niedergelassener Facharzt in Allgemeinmedizin in Essen Peer-reviewed article eingereicht: 19.12.2018, akzeptiert: 08.03.2019 DOI 10.3238/zfa.2019.0208–0212

1 Die Praxen wurden über den Außendienst rekrutiert. Ihnen wurde das Ausprobieren des Airsmart (kleines mobiles Spirometer, das über eine App bedient wird) angeboten. Das Honorar betrug 20 Euro/Patient.

2 Ein Votum der Ethikkommission der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg liegt vor (23.6.2016).

Hintergrund

Beim Asthma kann die Intensität...


(Stand: 14.05.2019)

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