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Was wissen Patienten über Antibiotika, und wie häufig erwarten sie deren Verordnung?

DOI: 10.3238/zfa.2019.0198-0202

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Anja Klingenberg, Tonia Brand, Edith Andres, Petra Kaufmann-Kolle, Veit Wambach, Joachim Szecsenyi

Schlüsselwörter: Antibiotika Patientenerwartungen Patientenperspektive Resistenzentwicklung ambulante Versorgung

Hintergrund: Ärzte* überschätzen mitunter den Wunsch ihrer Patienten bezüglich der Verordnung eines Antibiotikums. Um die Erwartungen und Erfahrungen der Patienten einzubeziehen wurde eine Patientenbefragung durchgeführt. Das Projekt ARena hat das Ziel, durch Informationen für Ärzte, MFAs, Patienten und Öffentlichkeit der Antibiotika-Resistenzentwicklung entgegenzuwirken. Der Fokus liegt dabei auf dem rationalen Umgang mit Antibiotika in der ambulanten Versorgung (Infektionen der Atemwege, Otitis media, Sinusitis sowie Harnwegsinfekte).

Methoden: Zu Beginn des Projekts wurden 1569 Patienten mit einer o.g. Indexerkrankung aus 39 Praxen nach der Konsultation per Fragebogen (anonym) zu ihren Erwartungen und Erfahrungen mit der Verordnung von Antibiotika sowie zu ihrem Wissen über Antibiotika befragt.

Ergebnisse: 19 % aller Befragten hatten bezogen auf ihre aktuelle Infektionserkrankung ein Antibiotikum erhofft, 12 % hatten um eins gebeten, 26 % eines verordnet bekommen. Am seltensten hatten Patienten mit Erkältung/grippalem Infekt/Influenza (64 %) ein Antibiotikum erhofft, erbeten und erhalten (10 %, 7 % und 10 %). Die Mehrheit der Befragten – jedoch nicht alle – war bereits gut über die Wirkung von Antibiotika und die Problematik der Resistenzentwicklung informiert. Patienten, die einen höheren Schulabschluss oder Informationen in der Praxis über Antibiotika wahrgenommen hatten, weiblichen Geschlechts oder erwerbstätig waren oder Deutsch als Muttersprache hatten, wussten besser über Antibiotika Bescheid.

Schlussfolgerungen: Ärzte müssen nicht davon ausgehen, dass Patienten mit einer Infektionserkrankung unbedingt ein Antibiotikum erwarten. Die Vermittlung von Informationen über Antibiotika an Patienten und die Besprechung von Verordnungsentscheidungen sind sinnvoll, um eine rationale Verordnungspraxis zu unterstützen.

aQua-Institut, Göttingen

Peer reviewed article eingereicht: 10.01.2019, akzeptiert: 03.04.2019 DOI 10.3238/zfa.2019.0198–0202

* Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung weitgehend verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Hintergrund

Die weltweite Zunahme Antibiotika-resistenter Erreger wird seit Längerem als Problem erkannt und hat nationale und internationale Initiativen ausgelöst [1, 2]. In...


(Stand: 20.05.2019)

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