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Tempora mutantur…

DOI: 10.1055/s-204-822828

Tempora mutantur…

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W. Niebling Tempora mutantur¼ Editorial Im Spannungsfeld dieser beiden Pole wurde das Konzept einer gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient (¹Shared Decision Makingª) entwickelt. Dabei gelangen Patient und Arzt gleichberechtigt auf der Basis geteilter Informationen zu einer gemeinsam verantworteten Übereinkunft. Verbesserungen der Patientenzufriedenheit, des Arzt-Patientenverhältnisses, der Compliance und klinischer Ergebnisse sind in Studien belegt. Zum Thema ¹Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozessª fand Ende März diesen Jahres in Freiburg eine Tagung statt, bei der Ergebnisse des gleichnamigen, vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung unterstützten Förderschwerpunktes mit insgesamt 10 Teilprojekten vorgestellt wurden. Unter den Teilnehmern waren auch Patienten sowie Vertreter von Patientenorganisationen, die in Vorträgen und Diskussionen ihre Forderungen nach mehr Information und einer stärkeren Einbindung in medizinische Entscheidungsprozesse formulierten. Gerade in der Betreuung von Patienten mit lebensbegleitenden und -verändernden Erkrankungen, einem ureigenen hausärztlichem Tätigkeitsfeld, wird der gemeinsamen Entscheidungsfindung eine zunehmende Bedeutung zukommen. Voraussetzung allerdings sind verzerrungsfreie, nicht manipulierte Informationen und wirkliche Freiheit in der Entscheidung ± sowohl aufseiten des Patienten wie auch des Arztes. Die Zeiten ändern sich, auch bei unserer ZFA. Heute beginnen wir mit einer Serie ¹Zertifizierte Fortbildungª. Sie gibt Ihnen die Möglichkeit Fortbildungspunkte zu sammeln. Ich wünsche Ihnen viel Spaû dabei. ¹Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnenª. Wer von uns kennt nicht dieses Epigramm Kaiser Lothar I. (795±855). Häufig wird es zitiert um unabänderliche Fehlentwicklungen zu erklären oder zu entschuldigen, mit denen man persönlich nichts zu tun haben will. Was böte sich hier mehr an als das Feld der Gesundheitspolitik mit den Auswirkungen des GMG 2004, jenem Gesetz, das von bissigen Kritikern als Kreuzung aus LKW-Maut und Dosenpfand charakterisiert wird. Was die Stärkung der Patientenorientierung im Gesundheitswesen anbelangt, so hat dieses Gesetz auch seine guten Seiten. Die Präsenz von Patientenvertretern als sog. ¹dritte Bankª, ± wenn auch nur in beratender Funktion ± oder die Ernennung einer Patientenbeauftragten sind deutliche Signale, die auch Auswirkungen auf das Arzt-Patientenverhältnis und die Rolle von Patienten bei medizinischen Entscheidungen haben werden. Klar ist: Der Abschied vom tradierten (und lieb gewonnenen) paternalistisch geprägten Arzt-Patientenverhältnis hat schon lange begonnen. Wohin wird der Weg gehen? Steht am Ende der Entwicklung der informierte Patient (Konsument), der gezielt Leistungen von ¾rzten (Anbietern) abverlangt in einer Art ¹Supermarkt Gesundheitswesen, an dessen Ausgang keine Kassen stehenª (Schipperges)? 223 Korrespondenzadresse Prof. Dr. Wilhelm Niebling ´ Facharzt für Allgemeinmedizin, Lehrbereich Allgemeinmedizin ´ Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ´ Schwarzwaldstraûe 69 ´ 79822 Titisee-Neustadt ´ E-mail: wiebling@t-online.de Bibliografie Z Allg Med 2004; 80: 223  Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ´ New York DOI 10.1055/s-204-822828 ISSN 0014-336251


(Stand: 06.06.2004)

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