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Kompetenz und Qualität? Evaluation des DEGAM-Kongresses in Potsdam 2004

DOI: 10.1055/s-2005-836394

Kompetenz und Qualität? Evaluation des DEGAM-Kongresses in Potsdam 2004

Kompetenz und Qualität? Evaluation des DEGAM-Kongresses in Potsdam 2004 Competence and Quality? Evaluation of the Scientific Meeting in 2004 DEGAM-Kongress 264 S. Dunkelberg Einleitung Im September 2004 wurde zum zweiten Mal die wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) evaluiert. Die Teilnehmerbefragung im Vorjahr hatte Anstoß zur Weiterentwicklung der Veranstaltung gegeben, insbesondere die Posterpräsentation wurde neu strukturiert. Im Sinne eines kontinuierlichen Qualitätsmanagements wurde die Evaluation fortgesetzt. Ergebnisse Teilnehmer Knapp ein Drittel der Teilnehmer waren Frauen, das mittlere Alter betrug bei den Frauen 39,7 Jahre und bei den Männern 47,9 Jahre. Für ein Viertel war dies der erste DEGAM-Kongress, ein weiteres Viertel zählt zu den treuen Dauergästen, die schon häufiger als fünf mal dabei waren. 44 % der Befragten präsentierten eigene Ergebnisse, als Poster oder Vortrag. 17 % der Frauen und 56 % der Männer nutzten die Gelegenheit, auch Veranstaltungen des Hausärzteverbandes zu besuchen. Wie 2003 waren die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer (74 %) Fachärzte für Allgemeinmedizin. Etwa jeder 6. befand sich noch in der Weiterbildung, 4 % hatten einen anderen Facharzttitel. Viele der Befragten sind in mehreren Bereichen (Patientenversorgung, Lehre, wissenschaftliche Tätigkeit) beruflich aktiv. Während jedoch im Vorjahr 43 % der Teilnehmer in allen drei Bereichen tätig waren, sind es 2004 nur noch 25 %. Bewertung der Veranstaltung Die gute Gesamtbewertung des Kongresses von 2003 konnte gehalten werden, erneut beschrieben 92 % der Befragten die Teilnahme als (sehr) lohnend. Die höchste Relevanz erreichten die Beiträge im Hinblick auf eine wissenschaftliche Tätigkeit (vgl. Abb. 1) Die Relevanz für die praktische Tätigkeit und die Lehrtätigkeit könnten hingegen noch gesteigert werden. Methode Der doppelseitige Fragebogen aus dem Vorjahr wurde geringfügig modifiziert. Er bestand aus fünf nach Likert skalierten und zwei offenen Fragen zur Bewertung des Kongresses, einer offenen Frage zu Anregungen für das nächste Jahr sowie vier Fragen zur Person und drei Fragen zur Kongressaktivität mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Während des Kongresses wurde der Evaluationsbogen mehrfach verteilt und um dessen Rückgabe vor der Abreise gebeten. 155 Personen hatten sich zum wissenschaftlichen Programm der DEGAM angemeldet. Es liegen 74 Fragebogen vor, der Rücklauf beträgt dementsprechend 48 %, was leider keine Steigerung zum Vorjahr bedeutet. Die regen Antworten auf die offenen Fragen wurden zu Kategorien gruppiert. Da sich die Äußerungen zu „nicht gefallen“ und „Anregungen“ inhaltlich stark überschnitten, wurden diese in der Auswertung zusammengefasst. Institutsangaben Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Korrespondenzadresse Dr. med. Sandra Dunkelberg · Schriftführerin der DEGAM · Institut für Allgemeinmedizin · Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf · Martinistr. 40 · 20246 Hamburg · E-mail: dunkelbe@uke.uni-hamburg.de Bibliografie Z Allg Med 2005; 81: 264–265 · © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York DOI 10.1055/s-2005-836394 ISSN 0014-336251 Abb. 1 Häufigkeitsverteilung zu den Items: Die Beiträge waren für meine hausärztliche/wissenschaftliche/Lehrtätigkeit relevant (%). Abb. 2 Häufigkeitsverteilung zur Bewertung der Posterpräsentation: gute Methode? (%) n = 64. DEGAM-Kongress In den offenen Fragen wurde mehrfach (in 14 Äußerungen) eine stärkere Orientierung an der praktischen hausärztlichen Tätigkeit gewünscht bzw. eine Tendenz zur „akademischen Nabelschau“ beklagt. Gleichwohl fand die inhaltliche Programmgestaltung auch wieder ebenso viel Lob und vor allem die Key lectures, aber auch andere Veranstaltungen wurden explizit positiv hervorgehoben. Anerkennende Erwähnung erhielten erneut das Klima, die Kultur offener, kritischer aber dennoch wertschätzender Diskussion und die Möglichkeit zu Begegnungen. Posterbegehung Auf Anregungen der ersten Befragung wurde in Potsdam erstmals eine Posterbegehung nach dem Vorbild des European General Practice Research Network (EGPRN) organisiert. Die Poster wurden im Vorfeld nach thematischen Gesichtspunkten in fünf Gruppen eingeteilt und an vorgegebenen Plätzen aufgehängt. Jeder Besucher entschied sich für eine Gruppe, in der eine moderierte gemeinsame Begehung der Poster stattfand: Zunächst wurden die Arbeiten von einer Person, die nicht darin involviert war, kurz dargestellt. Daran schloss sich eine Diskussion der Inhalte und offener Fragen an. Leider waren erneut die räumlichen Gegebenheiten für dieses Vorhaben extrem ungünstig, was sich auch in den offenen Kommentaren niederschlug: 11-mal wurde die Posterbegehung unter „gut“ erwähnt, 43-mal unter schlecht/besser. Die Kritik bezog sich jedoch vorrangig auf den Ort und weniger auf die neue Form der Begehung, die nur sehr vereinzelt kritisiert wurde und bei der Likert skalierten Frage viel Zustimmung erreichte. 89 % meinten „die Vorstellung der Poster in einer gemeinsamen, moderierten Begehung in Gruppen halte ich für eine gute Methode“ (vgl. Abb. 2). Organisation Während die in Travemünde vorherrschenden technischen Probleme und viele organisatorische Aspekte gelöst wurden, konnten die zeitliche Enge und vor allem dadurch bedingte Defizite im zeitgerechten Ablauf des Programms noch nicht ausreichend verbessert werden. 15 Teilnehmer kritisierten das Zeitmanagement und die in diesem Zusammenhang noch zu erwähnenden unzureichenden Pausenzeiten. Dies anzugehen, ist eine der zentralen Herausforderungen für 2005. Vielleicht gelingt es auch, noch besser zu vermitteln, was die Wissenschaft für die tägliche Praxis zu bieten hat. Wir möchten Sie herzlich zu der diesjährigen Veranstaltung einladen, die erneut in Potsdam im Dorint-Hotel stattfinden wird, und zwar vom 28.9–1.10.2005. Wir freuen uns, Sie alle wieder zu sehen oder Sie neu zu begrüßen. Und, bitte, nehmen Sie dann alle an der Befragung zur Evaluation teil! Sie sehen, Ihre Meinung ist uns wichtig! 265 Dunkelberg S. Kompetenz und Qualität … Z Allg Med 2005; 81: 264 – 265


(Stand: 06.06.2005)

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