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Baum E, Gulich M. Osteoporoseleitlinie des DVO – Revidierte Fassung von 2009. Was ist für den Hausarzt relevant? Z Allgem Med 2010; 86: 126–133

T. Goliasch, Erika Baum, Markus Gulich

Leserbrief von Dr. med. T. Goliasch

Sehr geehrte Frau Kollegin Baum,

die von Ihnen verfasste sehr umfassende Darstellung der Osteoporoseleitlinien in ZFA 3/2010 würdigt die wöchentliche orale Gabe von Bisphosphonaten. Die Kiefernekrosen träten sehr selten auf.

Das arznei-telegramm beschäftigte sich schon wiederholt mit diesem Thema.

Zuletzt in der Ausgabe 2009 Nr. 4, Seite 39. Hier werden u. a. 889 Berichte an das BfArM in die Argumentation herangezogen. Unter Berücksichtigung einer entsprechenden Dunkelziffer wird man m. E. wahrscheinlich die Therapieempfehlung überdenken müssen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Korrespondenzadresse:

Dr. med. T. Goliasch

Arzt für Allgemeinmedizin

Lehrbeauftragter am Institut für Allgemeinmedizin

Johann Wolfgang Goethe-Universität

Theodor-Stern-Kai 7

60590 Frankfurt/M.

E-Mail: flyingdoktor@hotmail.com

Antwort auf diesen Leserbrief von Prof. Dr. med. Erika Baum und Dr. med. Markus Gulich

Sehr geehrter Herr Kollege Goliasch,

haben Sie herzlichen Dank für diesen Literaturhinweis. Darin fehlen allerdings Angaben zur Indikationsstellung und Dosierung, sodass die Zuordnung zur in der Leitlinie empfohlenen Therapie unklar bleibt. In der Original-Publikation der Probe-Studie, die erst nach unserer Manuskript-Erstellung erschien, beträgt die Häufigkeit von Kieferosteonekrosen 0,10 % (Konfidenzintervall [KI] 0,05 % bis 0,20 %, alle unter 1 cm groß) und 28 (KI 14-53) pro 100.000 Personenjahren mit Einnahme oraler Bisphosphonate. Ein Review von Khan et al. berichtet von einer Inzidenz 1/100.000 Personenjahre bei Osteoporosetherapie. Auch nach einer mündlichen Mitteilung sind im Osteonekrose-Register in Marburg nur ganz vereinzelte Fälle mit dieser Indikation bekannt. Dennoch ist hier unsere verstärkte Aufmerksamkeit angesichts der breiteren und längeren Anwendung der Bisphosphonate insbesondere bei multimorbiden Patienten erforderlich.

Erika Baum und Markus Gulich

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. med. Erika Baum

Abt. für Allgemeinmedizin,
Präventive und Rehabilitative Medizin

Philipps-Universität Marburg

Karl-von-Frisch-Str. 4, 35043 Marburg

Tel.: 064 21 / 28 65 120, Fax: -121

E-Mail: erika.baum@staff.uni-marburg.de

Literatur

JC Lo, FS O'Ryan, NP Gordon, J Yang, RL Hui et al. for the PROBE Investigators. J Oral Maxillofac Surg 2010; 68: 243–253

Khan AA, Sándor GK, Dore E, Morrison AD, Alsahli M et al. Bisphosphonate associated osteonecrosis of the jaw. J Rheumatol 2009; 36: 478–90


(Stand: 30.05.2011)

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