Loading...

ZFA-Logo

Candidiasis als unerwünschte Wirkung inhalativer Glucocorticoide

PDF

Das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) hat anhand von Arzneimittel-Abrechnungsdaten das Auftreten eines lokalen Pilzbefalls (Candidiasis) als unerwünschte Wirkung inhalativer Glucocorticoide (ICS) geprüft. In der DAPI-Datenbank sind die anonymisierten Rezeptdaten der GKV aus mehr als 80% der öffentlichen Apotheken in Deutschland verfügbar. Aus diesem Datenpool wurden Versicherte ausgewertet, die zwischen Dezember 2008 und November 2009 ein Rezept über inhalative Glucocorticoide verordnet bekamen (auch in Kombinationspräparaten, z.B. mit Formoterol). 40.000 der erfassten drei Millionen Patienten (entspricht ca. 1%) erhielten bis zu 30 Tage später ein Antimykotikum, das zur lokalen Behandlung einer Pilzinfektion eingesetzt werden kann (Amphotericin B, Nystatin, etc.). Das Institut weist darauf hin, dass der Antimykotikaverbrauch der Patienten unter Umständen nicht vollständig erfasst wurde (z.B. Fehlen der Informationen zur Selbstmedikation). Des Weiteren könnte die niedrige Nebenwirkungsquote auch mit einer niedrigen Compliance bei ICS assoziiert sein.

Bei der Betrachtung der Nebenwirkungsrate wurde nach den verschiedenen Inhalationssystemen (Dosieraerosol, Pulverinhalator, Vernebler) differenziert. Dabei zeigte sich, dass der Einsatz von Verneblern zur Applikation der ICS mit 2,3% deutlich riskanter war als bei Dosieraerosolen mit 1,4% oder Pulverinhalatoren mit 1,2%.

Aus Untersuchungen in Deutschland ist bekannt, dass Anwendungsfehler bei inhalativen Darreichungsformen bei drei von vier Patienten vorkommen, und diese bereits durch eine einmalige Intervention unter Demonstration der Inhalationstechnik um 65% reduziert werden können. Wichtig ist, dass alle inhalierenden Patienten darauf hingewiesen werden, nach der Inhalation den Mund gründlich zu spülen oder eine Mahlzeit einzunehmen.

Foto: fotolia/Teamarbeit


(Stand: 10.06.2011)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.