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Die Leber leidet lange stumm

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Vielleicht erinnern Sie sich noch an die erste (Fettleber-)Sau, die durchs Dorf getrieben wurde: Am 22. Februar des letzten Jahres informierte ein Benefit über einen wissenschaftlich miserablen Artikel im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er begann mit den Worten: „Bei jedem fünften Deutschen strotzt die Leber vor Fett. Jetzt warnen Ärzte: Auch ganz ohne Alkohol endet das Leiden oft in der Zirrhose.“

Im Text kam u.a. Claus Niederau zu Wort, Chefarzt der Inneren Medizin am St. Marien-Hospital in Oberhausen und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe – gesponsert durch die Firmen Roche Pharma, Essex Pharma, Gilead Sciences, GlaxoSmithKline, Dr. Falk Pharma, Novartis Pharma, Roche Austria und Bristol-Myers Squibb.

Seit der Spiegel-Publikation ist inzwischen einige Zeit vergangen. Höchste Zeit, dachte sich vermutlich die Deutsche Leberhilfe, um die Bevölkerung über elektronische und Printmedien erneut zu alarmieren. Das große Sterben droht ...

Wer in der WELT vom 25. November 2010 den (im Vergleich zum Spiegel oft wortidentischen) Artikel „Die Leber leidet lange stumm“ liest, wird wenig Zweifel an der Urheberschaft haben. Wörtlich heißt es dort: „Auch wenn sie erkrankt und langsam stirbt, bleibt dies vom Betroffenen meist jahrelang unbemerkt. Bis es oft zu spät ist und ihr Gewebe verschrumpelt oder von Krebs zerfressen ist.“

Den Artikel können Sie herunterladen unter:

www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article11205081/Die- Leber-leidet-lange-stumm.html

Passend zum Thema findet man auf der Seite auch gleich noch die Werbung für ein Präparat aus Mariendistelextrakt mit einer lyrischen Indikationsliste („Leberwerte senken, Entgiftung der Leber, bei fettiger und zuckerreicher Ernährung, bei Fettleber, bei häufigem Alkoholkonsum, nach der Einnahme von Medikamenten, bei Gallenproblemen, bei Hepatitis, nach einer Chemotherapie, bei erhöhten Leberwerten als Kuranwendung“). Preis für 90 Kapseln: 36,80 Euro. Mahlzeit!

Foto: fotolia/leiana


(Stand: 10.06.2011)

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