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Kostner S. Osteoporosescreening. Z Allg Med 2012; 88: 56–58

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Leserbrief von Dr. med Bernhard Lache

Etwas verspätet möchte ich noch folgende kritische Anmerkungen machen:

  • In der Zusammenfassung heißt es, ein Screening sei für ältere Frauen „wahrscheinlich“ nützlich. Diese Beurteilung erscheint vor dem Hintergrund des nicht belegten Nutzens (wie im Artikel dargestellt) zu positiv und ist meines Erachtens nicht kongruent mit der kritischen Darstellung im Haupttext. Das Ergebnis einer EbM-Recherche sollte sich primär auf die direkte Evidenz gründen und nicht auf Leitlinien-Empfehlungen von Fachgesellschaften, die nicht frei von Interessenkonflikten agieren.
  • Strontiumranelat wird im Artikel indirekt als gleichwertige Therapiealternative zu Bisphosphonaten erwähnt. Sowohl der Arzneimittelbrief als auch das arznei-telegramm haben ersterer Substanz jedoch aus mehreren Gründen (s. u.a. AMB 2008, 42, 21) ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis bescheinigt. Insbesondere bei den vergleichsweise deutlich höheren Kosten besteht eine Indikation bei kritischer Sichtweise somit meiner Meinung nach nur bei Bisphosphonat-Unverträglichkeit bzw. Kontraindikationen.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Bernhard Lache

Buntentorsteinweg 42

28201 Bremen

bernhard.lache@gmx.de

Antwort von Dr. med. Simon Kostner

Herzlichen Dank für Ihre aufmerksame Wortmeldung.

Das Osteoporosescreening ist zweifellos umstritten, wo doch die direkte Evidenz fehlt (siehe unser Haupttext und Kommentar). Das „wahrscheinlich schon nützlich für ältere Frauen“ ist unsere subjektive Antwort auf die Fragestellung, gereift nach Durchsicht der gefundenen Literatur.

Im EbM-Service der Südtiroler Akademie für Allgemeinmedizin suchen wir die Antworten zu den uns gestellten Fragen aus pragmatischen Gründen immer zuerst in den Leitlinien und in der Tertiärliteratur, und nur wenn diese fehlen, zu alt oder unzureichend erscheinen, auch in der Sekundär- oder Primärliteratur.

Dies soll auch dem Leser, als praktizierendem Arzt, deutlich machen, wo er sich mit eher geringem Aufwand zu den sich ihm in der Praxis stellenden Fragen die Antworten verschaffen kann, die zumindest deutlich bessere Antworten sind, als er sie zuvor hatte. Nicht also einen systematischen Review der Primärliteratur in wissenschaftlicher Perfektion, sondern eine Zusammenfassung der für jeden Hausarzt leicht erreichbaren Evidenz wollen wir im EbM-Service als Antwort und Botschaft präsentieren.

Bezüglich der Therapieoptionen der Osteoporose haben wir lediglich die Bisphosphonate und das Strontiumranelat im Hintergrund-Abschnitt als Beispiele erwähnt und dazu nicht weiter Stellung bezogen, da sie nicht Gegenstand der Fragestellung waren.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Simon Kostner

Südtiroler Akademie für Allgemeinmedizin – SAkAM
Wangergasse 18
I-39100 Bozen

simon.kostner@tin.it


(Stand: 18.06.2012)

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