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Oral antikoagulierte Patienten: Wie hoch ist die Adhärenz?

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Wie viele Ihrer antikoagulierten Patienten nehmen ihr Medikament auch noch nach Jahren brav ein? Weniger als Sie vielleicht denken …

Eine kanadische Studie untersuchte 13 Jahre lang 125.195 Patienten im Alter 66 Jahre mit Vorhofflimmern, bei denen Warfarin (entspricht grosso modo unserem Phenprocoumon) neu verordnet wurde.

Die Ergebnisse finde ich nicht nur wegen der schieren Patientenzahl interessant, sondern weil sie womöglich dem „echten Leben“ entsprechen.

Von den 125.195 neu antikoagulierten Patienten

  • lösten 8,9 % kein zweites Rezept mehr ein,
  • beendeten – ohne ärztliche Anweisung, sondern nach eigenem Gutdünken – 31,8 % die Medikation innerhalb des ersten Jahres,
  • 43, 2 % innerhalb von zwei Jahren und
  • 61,3 % innerhalb von fünf Jahren.

Männer beendeten die Therapie übrigens früher als Frauen und jüngere eher als ältere Patienten.

Die gleiche Autorengruppe veröffentlichte im Canadian Medical Association Journal 2012 eine Analyse der Blutungshäufigkeit bei der identischen Patientengruppe und fand u.a., dass die ersten 30 Behandlungstage am gefährlichsten sind (s. Tabelle).

Gomes T, Mamdani MM, Holbrook AM, Paterson JM, Juurlink DN. Persistence with therapy among patients treated with warfarin for atrial fibrillation. Arch Intern Med 2012; 172: 1687–89

Gomes T, Mamdani MM, Holbrook AM, Paterson JM, Hellings C, Juurlink DN. Rates of hemorrhage during warfarin therapy for atrial fibrillation. CMAJ 2013; 185: E121–7. Epub 2012 Nov 26

Abbildungen:

Tabelle Rates of hemorrhage by length of time since starting warfarin therapy [Gomes et al. 2013]


(Stand: 18.06.2013)

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