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Die Pflegeversicherung

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Paul Kokott

Der Allgemeinarzt wird in seiner Praxis häufig mit der Problematik der Hilfsbedürftigkeit, des Hilfebedarfs, der Pflegebedürftigkeit und der Klassifizierung in Pflegestufen seiner chronisch kranken und multimorbiden Patienten konfrontiert. Das jetzt in der 3. Auflage vorliegende Handbuch erläutert in 17 Kapiteln umfassend und detailliert die Grundlagen der Pflegewissenschaften und der Pflegepraxis.

Für den Allgemeinarzt sind die Kapitel 4 „Leistungen der sozialen Pflegeversicherung“ und 6 „Begutachtung zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit nach § 18 SGB XI“ von besonderem Interesse. Hinsichtlich des Leistungsanspruches nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) sind §14 „Begriff der Pflegebedürftigkeit“ und § 15 „Stufen der Pflegebedürftigkeit“ zentrale Bestandteile des Pflege-Versicherungsgesetzes. Bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit gemäß Elftem Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) ist der Hilfebedarf bei den 21 im § 14 SGB XI definierten gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens zu berücksichtigen. Die Verrichtungen werden eingeteilt in die drei Bereiche Körperpflege, Ernährung und Mobilität (Grundpflege) sowie den Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung. Über diesen Katalog hinausgehende Hilfestellungen im Ablauf des täglichen Lebens, z.B. die Förderung der Kommunikation oder allgemeine Betreuung, die nicht auf eine Verrichtung bezogen ist, finden bei der Hilfebedarfsbemessung keine Berücksichtigung.

Der Eintritt von Pflegebedürftigkeit stellt für Betroffene und Angehörige einen tiefen biografischen Einschnitt dar. Dies betrifft nicht nur die persönliche Lebensplanung und -gestaltung, sondern insbesondere auch die praktische Bewältigung der üblichen Anforderungen des Alltags. Aus Sicht des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) muss eine fachlich kompetente und respektvolle Begutachtung verbunden werden mit einer sachgerechten Beratung des Pflegebedürftigen, seiner Angehörigen oder anderer Pflegepersonen über mögliche Erleichterungen und Hilfen in der nun veränderten Lebenssituation. Des Weiteren wird die Problematik der Rehabilitation vor und bei der Pflege und die Pflegebegutachtung von Migranten detailliert erläutert. Aufschlussreich sind die Ausführungen zum Neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA). Die Qualität in der ambulanten und stationären Pflege wird ebenso wie Verletzungen von Rechten Pflegebedürftiger kompetent abgehandelt. In den abschließenden Kapiteln 14 „Geschäftsprozessorientierte Aspekte des Datenschutzes bei der Pflegebegutachtung, den Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen sowie der Beratung nach SGB XI“ und 15 „Situation der Pflegenden“ werden Aspekte des Datenschutzes referiert und u.a. die Berufs- und Arbeitszufriedenheit der Pflegenden analysiert. Im Ausblick sind die Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen unter demografisch-epidemiologischen Aspekten und wichtige Urteile des Bundessozialgerichts zum SGB XI aufgeführt. Als Anlage ist das Formular „Gutachten zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit gemäß SGB XI“ angefügt. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis gewährleistet die weitere Vertiefung zu Einzelfragen.

Insgesamt liegt mit diesem Handbuch eine beachtliche informative Quelle zu allen die Pflege betreffenden, versicherungsrelevanten und weiteren Fragen in diesem Zusammenhang vor.

Thomas Gaertner, Barbara Gansweid, Hans Gerber, Friedrich Schwegler, Ulrich Heine (Hrsg.)

Die Pflegeversicherung

Handbuch zur Begutachtung, Qualitätsprüfung, Beratung und Fortbildung

3., aktualisierte, überarbeitete und umfassend erweiterte Auflage 2013, 682 S.

Walter de Gruyter, Berlin/Boston

ISBN 978–3–11–030287–5

Preis: 49,95 €

Korrespondenzadresse

Dr. med. Paul Kokott

Stormstraße 21

38226 Salzgitter-Lebenstedt

dr.kokott@t-online.de


(Stand: 13.05.2015)

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