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Dubis W, Abholz H-H. Thrombosierte schmerzhafte Hämorrhoidalknoten: Konservativ oder operativ behandeln? Z Allg Med 2015; 91: 199–200

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Leserbrief von Dr. Frederik M. Mader

Herzlichen Dank an die beiden Autoren für ihren Übersichtsartikel. Es freut mich, in der ZFA auch Themen auf gegriffen zu sehen, die nicht immer im Scheinwerferlicht der Medizin stehen, aber dennoch für häufige Beratungsursachen stehen. Das Management der Analvenenthrombose ist hierfür ein klassisches Beispiel. Dubis und Abholz lassen durchscheinen, dass sich gerade dieses Problem hervorragend für eine echte informierte, geteilte Entscheidungsfindung eignet.

Leider versäumen die Autoren, mit der häufig anzutreffenden sprachlichen Verwirrung bei der Nomenklatur dieses Krankheitsbildes aufzuräumen. Schon in der Überschrift findet sich fälschlicherweise der Terminus „Hämorrhoiden“. Zu Unrecht wird auch die der Datenbankrecherche zugrunde liegende Frage mit dem Begriff „Hämorrhoiden“ verknüpft. Später werden verschiedene Begriffe unscharf synonym verwendet.

Es sollte in Hausarztpraxen Konsens bestehen, dass die Krankheitsentität, mit der sich die beiden Autoren beschäftigen, Anal(venen)thrombose oder alternativ Perianalthrombose heißt. Selbst in der von den Autoren zitierten (leider länger nicht mehr aktualisierten) Leitlinie zur Analthrombose der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie heißt es „Fälschlicherweise, aber im gleichen Sinne gebraucht werden die Bezeichnungen [...] äußere Hämorrhoide, Thrombose der ,äußeren Hämorrhoiden’“ [1].

Die einschlägige deutschsprachige Literatur zu diesem Thema ist ebenfalls eindeutig und klärt auf: „Nicht richtig sind die Bezeichnungen: [...] äußere Hämorrhoiden [...]“ [2].

Die ICD stellt für das Hämorrhoidalleiden (als Erkrankung des Corpus cavernosus recti) stadienabhängig die Notationen K64.0 bis K64.3 zur Verfügung, während der Analvenenthrombose die K64.5 zugeordnet ist.

Leider differiert hier das angloamerikanische Fachvokabular von der deutschen Terminologie: Dort nennt man dieses harmlose, aber teilweise sehr störende proktologische Problem nach wie vor „thrombosed external hemorrhoids“.

Die Etablierung einer einheitlichen Fachsprache in der deutschen Allgemeinmedizin ist schwer genug. Es wäre wünschenswert, wenn es uns bei zirkumskripten Problemen gelänge, in unserem wissenschaftlich-publizistischen Flaggschiff die exakte Terminologie zu verwenden.

Korrespondenzadresse

Dr. Frederik M. Mader

Facharzt für Allgemeinmedizin

Talstraße 5

93152 Nittendorf

frederik.mader@
gemeinschaftspraxis-nittendorf.de

Literatur

1. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie. AWMF-Leitlinienregister 081/002 Analthrombose. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/081–002.pdf (letzter Zugriff am 17.5.2015)

2. Brühl W, Wienert V, Herold A. Aktuelle Proktologie. 2. Auflage. Bremen: Uni-Med, 2005

Antwort von Dr. Dubis und Prof. Dr. Heinz-Harald Abholz

Dank an Frederik M. Mader, zu dessen Ausführungen in Sachen Terminologie wir nichts Zusätzliches beitragen können. Wir mussten aber bei der Literatursuche mit diesen überlappenden Begrifflichkeiten (insbes. auch im angelsächsischen Raum und in Bezug auf ältere Arbeiten) umgehen. Dabei haben wir leider die nun nachgetragene Begriffsklärung versäumt.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz

Institut für Allgemeinmedizin (Emeritus)

Heinrich-Heine-Universität

Moorenstraße 5

40225 Düsseldorf

abholz@med.uni-duesseldorf.de


(Stand: 16.06.2015)

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