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Hüftfraktur: Welche Rolle spielen Patientenfaktoren und Qualifikation des Chirurgen?

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Welche z.T. katastrophalen Auswirkungen eine Hüftfraktur für ältere Menschen haben kann, beleuchtet eine retrospektive Untersuchung aus den USA. Erfasst wurden 60.111 Bewohner von Altenheimen, die zwischen 2005 und 2009 hospitalisiert werden mussten. Innerhalb von 180 Tagen nach dem Eingriff starben 36,2 %, auch die Rate an körperlichen Einschränkungen war erschreckend hoch. Je älter und multimorbider die Betroffenen und je eingeschränkter die Kognition, desto höher das Risiko (Neuman MD, et al. Survival and functional outcomes after hip fracture among nursing home residents. JAMA Intern Med 2014; 174: 1273–80).

Aber nicht nur patientenseitige Faktoren spielen beim Verlauf einer Hüftfraktur eine Rolle. Auch die Qualifikation des Chirurgen. Der Zusammenhang zwischen Komplikationen eines chirurgischen Eingriffs und der Häufigkeit, mit der ein Chirurg diese Operationen vornimmt, ist bislang in vielen Studien behandelt worden, die meist zum selben Ergebnis kommen: je häufiger, desto besser für den Patienten. Für die Implantation eines neuen Hüftgelenks stellt sich bei den publizierten Arbeiten aber die entscheidende Frage, wie hoch eine Eingriffszahl sein muss, um als zu niedrig zu gelten (in der Literatur kursieren Zahlen zwischen „unter 6“ bis „unter 52“ pro Jahr).

Kanadische Autoren haben jetzt versucht, die Frage mithilfe einer Kohortenstudie zu beantworten. 37.881 Patienten, die sich zwischen 2002 und 2009 erstmals einem solchen Eingriff unterzogen, wurden für mindestens zwei Jahre nachverfolgt.

Bei einem „cut off“ von unter bzw. über 35 Eingriffen pro Jahr ergaben sich folgende Zahlen

  • für Dislokationen 1,9 % versus 1,3 %
  • für notwendige Revisionen 1,5 % versus 1 %.

Nach meinem Empfinden auch bei einem solchermaßen definierten, erfahrenen Operateur nicht gerade ganz wenig ...

Ravi B, Jenkinson R, Peter C Austin PC, et al. Relation between surgeon volume and risk of complications after total hip arthroplasty: propensity score matched cohort study. BMJ 2014; 348: g3284. Frei unter www.bmj.com/content/348/bmj.g3284

Foto: fotolia/Sebastian Kaulitzki


(Stand: 16.06.2015)

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